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Bettina Krause

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Dolce Vita im historischen Juwel

Zwischen Perugia und Siena erheben sich die sanften Hügel Umbriens, die ursprüngliche Landschaft strahlt Ruhe und Behaglichkeit aus. Inmitten des natürlichen Idylls liegt das Castello di Reschio – ein prächtiges Anwesen, in dessen Zentrum das Schloss aus dem 10. Jahrhundert alle Blicke auf sich zieht.

Von Ruinen zu neuer Pracht
Helle, historische Mauern aus Stein, kleine Türmchen und schlanke, hochgewachsene Zypressen verleihen dem Reschio seinen unverwechselbaren Charme des Dolce Vita. Die Geschichte des Anwesens ist einzigartig: 1994 kaufte Graf Antonio Bolza das 1’500 Hektar grosse Areal, um das denkmalgeschützte Schloss und dutzende auf dem Anwesen verstreute, mittelalterliche Bauernhäuser zu restaurieren und in luxuriöse Villen zu verwandeln. Zum Teil als Wohneigentum gestaltet, zum Teil als mietbare Feriendomizile konzipiert, ist jedes der in traditioneller italienischer Bauweise gefertigten Häuser ein Unikat. Handwerker, Steinmetze, Schmiede, Fliesenhersteller und Restauratoren aus der Region hauchten den alten Gemäuern mit viel Geschick und Liebe fürs Detail neues Leben ein.

Massgeschneidertes Design
Das Schloss selbst ist ein Juwel der Extraklasse: Über 25 Jahren investierte Architekt Benedikt Bolza viel Mühe und Verve in die Wiederherstellung des Gebäudes.  Im Boutique-Hotel sind die 36 sehr individuellen Design-Suiten in einem charmanten Mix aus herrschaftlich-rustikalem und modern-elegantem Flair gestaltet. Zahlreiche Möbel, Lampen, Gläser und Wandfarben entwarf er nach altem Vorbild eigens für das Reschio. Antike Objekte und opulente Kunstwerke stammen von kleineren Antiquitätenmärkten und Kunstmessen aus ganz Italien. Highlight ist die 180 Quadratmeter grosse  Tower Suite, die sich über fünf Etagen des jahrhundertealten Turms erstreckt und über zwei Schlafzimmer sowie eine Open-Air-Badewanne verfügt.

Verbunden mit der Natur
Atemberaubend ist auch die Dimension des Anwesens: Rund eine Stunde dauert die Umrundung der einzigartigen Landschaft aus Hügeln, Wiesen, Wäldern und Olivenhainen mit dem E-Bike. Aus den Oliven der über 5’000 Bäume wird in der Manufaktur Öl gewonnen und rund eine Million fleissige Bienen produzieren feinsten biologischen Millefiori-Blütenhonig. Köstlich sind auch die hochwertigen Weine, die aus den hauseigenen Sangiovese-, Ciliegolo-, Cesanese- 
und Merlot-Reben gewonnen werden. Neben Aktivitäten wie Trüffelsuche, Wanderungen, Schwimmen im privaten See und Kochkursen lässt das Reschio die Herzen von Pferdeliebhabern höher schlagen: Auf dem Anwesen leben 40 Andalusier – die edlen Tiere gelten seit jeher als die Pferde der Könige.

Kultur und Spa
Nach einem Ausflug in die zauberhaften Städte Assisi, Arezzo, Siena oder Perugia, die jeweils etwa eine Autostunde vom Reschio entfernt sind, lässt es sich im kunstvollen Palmenhaus oder im unterirdischen Spa-Bereich mit Salzwasser-Pool, Private Rooms und Hamam entspannen. Schon vor rund 3’000 Jahren lebten Menschen auf dem Gebiet des heute herrschaftlichen Anwesens. Ein fast magisches Flair ist noch heute in den alten Gemäuern spürbar. Im Unterschied zu damals erleben wir das Reschio heute jedoch als einen Ort des ländlichen Luxus, der seinesgleichen sucht.

Photos Copyrights: Reschio

EXTRAVAGANTES SCHLOSS-ERLEBNIS

NEU, FARBENFROH UND VOLLER KUNST:
CASTLE ELVIRA BEI LECCE ERÖFFNET

IM HERBST LEGT SICH EINE ANGENEHME RUHE ÜBER APULIEN – DIE SOMMERGÄSTE SIND LÄNGST ABGEREIST, DIE SONNE STRAHLT NOCH KRÄFTIG AM HIMMEL UND AUCH DIE NAHENDEN WINTERMONATE VERSPRECHEN, ÜBERWIEGEND MILD ZU WERDEN. WIE EIN MÄRCHENSCHLOSS ERSCHEINT  DAS EXKLUSIVE BOUTIQUE-HOTEL CASTLE ELVIRA MIT DEN VIER TÜRMEN, DAS SEINE GÄSTE EINLÄDT, DIE SCHÖNHEIT SÜDITALIENS ZU ZELEBRIEREN.

Aussergewöhnlich ist der Charme des Anwesens, der sich auch in den Herbst- und Wintermonaten entfaltet. Im beheizten Pool, am knisternden Kaminofen oder im extra grossen Whirlpool des Schlosses lässt sich dann, umgeben von einer eklektischen Sammlung exzellenten Designs und ausgefallener Kunst eine ebenso ruhige wie inspirierende Zeit verbringen. 

Exklusivität und Kunst 

Nur sechs Zimmer sind im Castle Elvira zu mieten – das exklusive Schloss-Erlebnis teilen sich die Gäste also mit maximal elf anderen Besucher*innen. Gebaut wurde Castle Elvira im späten 18. Jahrhundert und stand mehr als 100 Jahre leer, bevor Steve Riseley und Harvey B-Brown die historischen Gebäude auf dem 37 Hektar grossen Anwesen erwarben. Das ursprüngliche, authentische Flair des Schlosses erhielten die Architekten bei der Erneuerung und ergänzten Design-Details aus dem 20. Jahrhundert, eklektisches Interieur sowie moderne Technologien. Ein besonderes Augenmerk galt den sorgfältig kuratierten Kunstwerken – darunter findet sich auch eine Auswahl der Werke von Riseleys Ehemann und Künstler Harvey B-Browns.

Märchenhaftes Flair 

Wie es sich für ein Märchenschloss gehört, umwebt auch Castle Elvira eine tragische Legende: Elvira soll der Name eines jungen verträumten Mädchens aus Neapel gewesen sein, dessen wohlhabende Eltern ihrem einzigen Kind dieses zauberhafte Schloss zu ihrem 17. Geburtstag zum Geschenk machten. Um dies zu feiern, sollte ein Festmahl stattfinden, zu dessen Anlass Elvira Pilze sammeln ging. Weil sie versehentlich statt Steinpilzen giftige Pilze fand, starb Elvira, die untröstlichen Eltern flohen aus dem Schloss und sollten nie dort hin zurückkehren. Was der wahre Grund ist, warum das herrschaftliche Anwesen ein Jahrhundert verlassen blieb, können wir nur mutmassen – wie bei jeder guten Mär gibt es aber auch im Castle Elvira ein Happy End: Das Schloss wurde vom neuen Besitzer liebevoll restauriert und der Zauber von Elviras fröhlichem Geist ist bis heute in allen Räumen spürbar. 

Küche

Gaumenfreuden werden im Restaurant des Schlosses serviert: Die Köchin Fabiana stammt aus dem Salento – ihre Leidenschaft gilt der traditionellen Cucina Salentina – und ihre täglichen Menüs verfeinert sie mit Zitrusfrüchten, Granatäpfeln und frischen Kräutern aus dem eigenen Anbau. Am liebsten verwendet sie für ihre klassische apulische Cuisine saisonale, lokale Produkte. In den beiden grosszügigen Speisesälen werden die Gerichte serviert, darüber hinaus verfügt das Haus über ein Klavierzimmer mit Bar, zwei Lounges, ein Kino und eine Business-Suite. Romantisch ist es auf der grossen Dachterrasse des Schlosses: Hier lassen sich spektakuläre Sonnenuntergänge bestaunen und der Ausblick auf die herrliche Parklandschaft mit den Zitronen- und Olivenhainen ist tatsächlich märchenhaft. 

Sorgfältig wurde das Schloss restauriert, nachdem es ein Jahrhundert lang dem Verfall ausgesetzt war. Die einzigartigen Keramikfliesen auf den Böden zeugen von der Geschichte des Orts. 

Ort der Ruhe: Der Aperitif wird täglich auf der Dachterrasse serviert, von hier oben öffnet sich der Blick über die riesige Parklandschaft, die das Schloss umgibt.

Handverlesen ist die Mischung aus antiken und modernen Designermöbeln, dem stilvollen, opulenten Interieur und der atmosphärischen Beleuchtung, die zusammen die luxuriöse Atmosphäre kreieren. 

Selten fallen die Temperaturen in Apulien unter 10 °C, mit ein wenig Glück erwärmt sich die Luft und ist wohltuend frühlingshaft. Und bedeckt doch mal eine dünne Schneeschicht die Landschaft, lässt sich die Zeit im warmen Pool, am Kamin oder der freistehenden Badewanne geniessen.

Nicht nur das Schloss ist bezaubernd – auch die Kunst im Castle Elvira zieht alle Blicke auf sich. Künstler Harvey B-Brown arbeitet in seinem Atelier vor Ort und lässt sich vom zauberhaften Flair des Schlosses inspirieren.  

Ultimatives Luxus-Erlebnis: Wenige Kilometer von Lecce in Apulien entfernt empfängt das exklusive und designorientierte Anwesen Castle Elvira seine Gäste.

Photos Copyrights: Castle Elvira

Poesie der Fragmentierung

Wallace Chan auf der Kunst Biennale in Venedig

Ob filigrane, opulente Schmuckstücke aus Edelsteinen oder monumentale Skulpturen aus Titan – die Arbeiten des Chinesischen Künstlers Wallace Chan bringen immer auch seine buddhistische Philosophie zum Ausdruck. In Venedig ist seine Ausstellung „TOTEM“ im Kontext der 59. Kunst Biennale zu sehen. Wir trafen ihn zum exklusiven Interview in der Lagunenstadt. 

Bettina Krause: Was ist die Idee dieser Ausstellung?
Wallace Chan: Es sind die Fragmente einer zehn Meter grossen Skulptur, durch die sich die Besucher*innen bewegen. Thema ist die Ungewissheit – im abgedunkelten Ausstellungsraum ist kaum zu erkennen, wie sich die Fragmente wieder zusammenfügen lassen. In der Regel betrachtet man Skulpturen aus der Distanz als Ganzes, bewegt sich um sie herum und das Innere bleibt verborgen. Diese Idee wollte ich öffnen, sodass Betrachter*innen das Innere der Skulptur sehen können und zum Teil von ihr werden. Sie bewegen sich durch die Fragmente, die ich Totems nenne, gehen eine Bindung mit ihnen ein und erlangen immer wieder überraschende, ungewisse Perspektiven.

Dieser Gedanke steht sinnbildlich für unsere Weltordnung?
Richtig. Derzeit leben wir in sehr ungewissen Zeiten aber meine Hoffnung ist, dass sich die Fragmente der
Skulptur – und jene unsere Welt – wieder zu einem heilen Ganzen zusammenfügen lassen. Damit sich der Prozess der Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion vervollständigt.

Blicken Sie also positiv in die Zukunft?
Derzeit wartet unsere Welt darauf, wieder repariert zu werden. Ich glaube, dass die Welt und wir als Menschen, die Kraft haben, selbst zu heilen. Wir müssen daran jedoch arbeiten. Die Ausstellung ist ein Sinnbild dieser Zusammenhänge und wird an unterschiedlichen Orten weltweit dekonstruiert und rekonstruiert. Im aktuellen Zustand erinnert sie an die Kraft und Möglichkeit, zu heilen und zurück zur Balance zu finden.

Was drückt der Titel „TOTEM“ aus?
Die Idee eines Totems ist unser Versuch als Menschen, eine Verbindung mit dem Unbekannten herzustellen. Zugleich ist es unsere Hoffnung auf etwas Grösseres ausserhalb unserer Realität. Zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen gehören die kunstvollen Schnitzereien von Drachen, Phoenix und wundersamen Kreaturen an chinesischen Tempeln. Der Glaube besagt, dass man mit den Göttern verbunden ist, weil die Figuren in die Tempel geschnitzt sind. Die Idee des Totems ist unser Versuch, in die uns unbekannte Welt, in das Ungewisse vorzudringen.

Was können Besucher*innen aus der Ausstellung für sich mitnehmen?
Es geht darum, über den Prozess der Dekonstruktion und Rekonstruktion unseres Selbst zu reflektieren: Was ist unser Selbst? Was macht uns zu dem, was wir sind? Sind wir die, die wir zu glauben scheinen oder sind wir von der Gesellschaft geformte Wesen? Wir leben in einer Zeit des Informationsüberflusses und werden bombardiert mit Informationen. Manchmal denken wir, dies wäre ein Teil von uns, weil wir die Informationen ungefiltert in uns aufnehmen, ohne über unsere eigene Existenz zu reflektieren. Ich denke, dies ist ein guter Ort zur Kontemplation und um über die Idee des eigenen Selbst zu reflektieren – woher es kommt und wohin es geht.

Kann Kunst einen Beitrag leisten, die Krisen unserer Zeit zu bewältigen?
Ja, denn die Kunst hat die Kraft, uns zu helfen, zu transzendieren. Was wir auch derzeit in der physischen Welt erleben – sie gibt uns die Möglichkeit, von etwas Besserem, Höheren, Schönen, Gütevollerem zu träumen. Ich glaube an die Kraft der Kunst und ich kann mir eine Welt ohne sie nicht vorstellen. Ohne Kunst gibt es keine Hoffnung. 

TOTEM by Wallace Chan
20. April bis 23. Oktober 2022
Fondaco Marcello
Calle del Tragheto, Venedig

Photos Copyrights:  Massimo Pistore

Spa der Extraklasse

Fünf-Sterne-Spa-Hotel in Islands vulkanischer Landschaft

Mit Moos bewachsene Ebenen, heisse Quellen und zerklüftete Erde – die Landschaft Reykjanes, eineR Halbinsel im Südwesten Islands, ist ebenso urig wie einzigartig. Inmitten eines 800 Jahre alten Lavafelds liegt das Fünf-Sterne-Luxushotel „The Retreat Blue Lagoon Iceland“, das die Nähe zur Natur ebenso zelebriert wie höchsten Genuss und Komfort.

Atemberaubend ist die bizarre, imposante Landschaft, deren Anblick sich aus den 62 minimalistisch designten Suiten des Blue Lagoon bietet. Ein Fernseher ist auf den Zimmern überflüssig. Beim Bau des Retreats liessen sich Basalt Architects von den vorgefundenen natürlichen Formationen aus Lava leiten und passten ihre Entwürfe kontinuierlich an die ursprüngliche Landschaft an. „Die Natur war der Leitfaden. Wir hatten oft das Gefühl, dass jeder Standort ein Glücksspiel war“, erzählt Sigríður Sigþórsdóttir, Gründerin von Basalt Architects. Auch beim exklusiven Interieur liessen sich die Architekt*innen von der Natur inspirieren. Natürlichkeit und Ruhe strahlen die atmosphärischen, 40 bis 200 Quadratmeter grossen Suiten ebenso aus, wie Geborgenheit und Wärme. Ob nestartige Sessel, geschmeidige Bettwäsche, Nachmittagstee in der Lounge oder der exzellente Service – das Hotel verbreitet ein umfassendes Wohlgefühl.

Exklusive Privatlagune

Höhepunkt beim Aufenthalt im Blue Lagoon Hotel ist der weitläufige, unterirdische Spa-Bereich mit den dunklen Wänden aus Lavastein, in dem eine tiefe Verbundenheit mit der Natur spürbar ist. In der Blauen Lagune schimmert das 35 bis 40 Grad warme und bis zu 1,40 Meter tiefe Wasser bläulich. Die Lagune, die dem Hotel seinen Namen verleiht, hat sich nahe des Vulkans Svartsengi aus geothermischem Meerwasser gebildet, das sich aufgrund seines hohen Salz- und Mineralgehalts nicht nur wohltuend anfühlt – es hat tatsächlich eine heilende Wirkung. Mit Kieselerde, Algen und Mineralien wird der Körper beim Blue-Lagoon-Ritual verwöhnt, gereinigt und verjüngt. Auch die In-Water-Massagen sind eine einzigartige, revitalisierende Erfahrung. Wer sich Abgeschiedenheit wünscht, kann die private Lava Cove wahlweise mit Butler und Privatkoch buchen. Zu dieser grosszügigen Suite gehört eine eigene 35 Quadratmeter grosse Lagune mit Terrasse und Kamin – himmlische Ruhe inklusive.

Dinieren auf Lavafels

Am Abend lässt sich beim Dinner im Moss Restaurant nicht nur der Ausblick auf die einzigartige Vulkanlandschaft und die sich mit der Witterung ständig verändernden Nuancen der moosbewachsenen Weiten geniessen. Von den isländischen Bergen, Feldern, Flüssen und dem Meer sind auch die vorzüglichen Köstlichkeiten auf dem Teller inspiriert. Beim 7-Gänge Chef’s Table Gourmetdinner werden frische, lokale und saisonale Zutaten am Tisch aus massivem Lavastein serviert. Besucht man das Blue Lagoon Hotel, scheint die Zeit ein wenig stehenzubleiben. Die Nähe zur faszinierenden Natur ist allgegenwärtig: Unvergesslich ist der Blick von der Hotelterrasse auf das betörende Farbspektakel der
Nordlichter Islands. 

 www.bluelagoon.com

Photos Copyrights: The retreat at the Blue Lagoon Iceland