Wer ausreiten will, braucht ein gutes Pferd.

In unserer Kindheit war das Lieblingspferd meiner Schwester „Black Beauty“. Meines hingegen war nicht der Rappe „RI“ aus Karl Mays Wüstenromanen, sondern hatte schon damals vier Räder und konnte schneller laufen als alle anderen seiner Gattung. Ferrari ist mein Herzblut.

Dass meine Jugend schon ein paar Jährchen zurückliegt, ist nicht nur daran ersichtlich, dass sich weisse Haare in meinem Bart verstecken, sondern auch, weil sich meine Freunde ein Familienfahrzeug mit Stauraum und mehr bequemen Sitzen als nur zwei zulegen. Manche greifen auf deutsche Fabrikate zurück, da sie deren Zuverlässigkeit schätzen, andere bevorzugen amerikanische Modelle, die wuchtig und massiv die Strasse einengen. Asiatische Fahrzeuge werden von meinen wirklichen Freunden kaum gefahren. Aber der König unter den geräumigen Gran-Turismo- Männerfreuden kommt natürlich aus Italien. An Schönheit, Motorisierung, technischer Raffinesse und Verarbeitung, aber vor allem an Emotion und Freude ist der schwarze Hengst nicht zu übertreffen.Ich steige in meinen Ferrari GTC4Lusso und drücke mit einem freudigen Lächeln den roten Startknopf in meinem Cockpit. Wie eine erregte Wildkatze heult der Motor zur Begrüssung auf.Ich wurde noch nie von 690 Pferdchen getragen, die freudig warten, mich über Schweizer Passstrassen fliegen zu lassen. Behutsam lege ich mit der Lenkradwippe den ersten Gang ein und merke sofort, dass die Ferrari-Ingenieure die Quadratur des Kreises geschafft haben.Ein Sportwagen, der aufgrund von Geräumigkeit, Durchdachtheit und luxuriösem Interieur eine taugliche Familienkutsche darstellt und gleichzeitig ein wilder Mustang, dem zwar neidvoll ein jeder Verkehrsteilnehmer hinterherblickt, der aber vom durchschnittlichen Reiter gefühlvoll beherrscht werden kann.

Am Lenkrad befindet sich die übersichtliche Fahrwerksabstimmung sowie ein blauer Knopf, der den Namen „Michael-Schumacher-Knopf“ trägt.
Während meine Zufriedenheit die höchsten Ausmasse erfährt, gleite ich durch die wunderbare Natur, welche die drei Schweizer Pässe Susten, Furka und Grimsel offeriert. Jede Kehre, jeder Anstieg und jedes Plateau scheinen nur für meinen prachtvollen GTC4Lusso gemacht zu sein. Die mitlenkenden Hinterräder machen jede Kurve zum grössten Fahrvergnügen und von den Beschleunigungswerten will ich erst gar nicht sprechen, da ich jetzt noch froh bin, unterwegs keine Exekutive getroffen zu haben.
Natürlich habe ich vor meinem Ausritt die technischen Daten des Ferrari Wunderwerks studiert – sie lesen sich wie die Kombination aus einem spannenden Roman von Dan Brown und dem Guinness Buch der Rekorde. Aber die Lektüre der technischen Meisterleistungen wird von der Emotion, dieses Automobil zu steuern, noch bei weitem übertroffen. Wir zwei scheinen einfach füreinander gemacht zu sein.

Ich bin ADAM, ich liebe das Leben und das Leben liebt mich. Schon in der Kindheit besass mein Lieblingspferd vier Reifen und heute als erwachsener Mann darf ich selbstbewusst feststellen: Ich hatte schon damals einen guten Geschmack!

Photos Copyrights: LNNN, Lennen Descamps

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