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Wilma Fasola

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Der Versuch, der war es wert

Im Jahr 2009 präsentierte Porsche mit dem Gran Turismo Panamera das erste serienreife viersitzige Modell der Unternehmensgeschichte. 12 Jahre später ist klar, das Risiko hat sich gelohnt.

Knapp eine Viertelmillion verkaufte Exemplare sind eine klare Antwort: Dieser letzte Versuch hat sich gelohnt. Denn als man im Jahr 2009 den Gran Turismo Panamera präsentierte, war mancher Porsche-Fan nicht sofort begeistert. Eine Limousine mit grossem Kofferraum und Platz für 5 Personen? Solch ein Modell durfte doch nicht den Namen Porsche tragen. Porsche und vor allem das Modell 911 gelten als Synonyme für Sportwagen und zweisitzig – Notsitze sind ja nicht wirklich Sitze. Und einen Kofferraum braucht es auch nicht wirklich, die unter der Motorhaube versteckten PS machen es möglich, an nur einem Tag die halbe Welt zu bereisen.
Und dennoch war man im Jahr 2009 bereit, in Serie zu gehen. Und zwar mit einem Modell, das sportwagentypische Performance mit dem Luxus und der Variabilität einer Reiselimousine kombinierte. Und weil das aussergewöhnlich war, schaute man auch bei der Präsentation keine Mühen. Medien aus aller Welt fanden sich am 19. April 2009 in der 94. Etage des World Financial Centers in Shanghai ein, um die Premiere des Panamera zu feiern. Die Fahrt im Aufzug und in diesem Fall auf 400 Meter Höhe dauerte nur eine Minute.
Dass den Tag über rund 60 Mitarbeiter über mehrere Stunden und mithilfe eines Schlittens das Auto hochkant oder wie auch immer in den Aufzug und nach oben gebracht hatten, ahnte da niemand.

Dr. Michael Steiner, Porsche-Vorstand für Forschung und Entwicklung, damals erster Baureihenleiter des Panamera, vor dem Hintergrund der Körpergrösse Wiedekings und dessen fester Zielsetzung, dass der Panamera nicht länger sein dürfe als fünf Meter, aber dennoch das absolute Maximum an Raum bieten müsse:

Es klappt nicht immer beim ersten Versuch

G1 hiess intern das erste Panamera-Modell, von dem final insgesamt weltweit mehr als 161’000 Exemplare verkauft wurden, bevor das Model einen Nachfolger bekam. Der G1 hatte übrigens schon diverse Vorgänger, die aber eben über den Status «Prototyp» nicht hinauskamen. Dieser Gedanke «Ein Porsche für vier» kam zum ersten Mal in den 1950er- Jahren auf. Auf Basis des 356 wurde ein Auto geschaffen, dass einen verlängerten Radstand besass, vergrösserte Türen und ein angehobenes Dach im Fond.

Der Typ 530 wurde aber schnell wieder in der Schublade versenkt, um dann rund 30 Jahre später einen um 250 Millimeter verlängerten 928 zu kreieren, den Ferry Porsche als Geschenk zu seinem 75. Geburtstag bekam und den er viele Jahre gerne, schnell und häufig fuhr. In die Läden kam er aber nicht, genauso wenig wie sein Nachfolger, der 989. Die hohen Entwicklungskosten machten dem Projekt des viertürigen Porsche erst einmal ein Ende. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Doch Aufgeben ist auch keine Option

Anfang des neuen Jahrtausends wurde dann nach zahlreichen Marktforschungen beschlossen, doch noch einmal einen Versuch zu starten. Nicht zuletzt war es Dr. Wendelin Wiedekings, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands bei Porsche, «Verdienst», dass man doch noch einmal über einen Porsche mit vier Sitzen nachdachte. Dazu eine Anekdote von Dr. Michael Steiner, Porsche-Vorstand für Forschung und Entwicklung und erster Baureihenleiter des Panamera: „Es ist tatsächlich so, dass Dr. Wiedeking in Sitzkisten und später auch in Baustufenfahrzeugen mehrmals Platz nahm, und das in der Regel hinten. Dort bat er sich so viel Raum aus, wie er es mit seiner Körpergrösse als angemessen betrachtete. Das Hintensitzen war eine völlig neue Erfahrung für uns alle. Dr. Wiedeking gab sogar einmal den Auftrag, ihm von hinten einen Bericht zu schreiben, um zu sehen, wie sich das so anfühlt. Diese Erfahrungen brachten uns viel für die Entwicklung. Wir lernten zu schätzen, dass man zu viert im Auto sitzen und sich auch bei sehr hohen Reisegeschwindigkeiten in der Kabine normal unterhalten kann. Der Hochgeschwindigkeitskomfort des Panamera war phänomenal.“

Das beste eines Trios in nur einem Auto umgesetzt

Am Ende hörten die drei Konzepte für den ersten serienreifen 4-Türer und -Sitzer von Porsche auf die Namen: Mirage, Meteor und Phantom. Das Ziel war es, eine Fliessheck-Limousine zu erschaffen, die mit Fahrdynamik und Platz überzeugt, auf der aber garantiert der Schriftzug «Porsche» seine Berechtigung hat. Michael Mauer, Leiter Style Porsche, erinnert sich: «Wir wollten einen viersitzigen Sportwagen mit schneller Dachlinie, grosser Heckklappe und Fliessheck bauen.» Und getreu dem Motto «Aus drei mach eins» wurden die besten Elemente der drei Konzeptmodelle zu einem Gesamtwerk zusammengefügt und das erhielt den Namen «Panamera», abgeleitet vom mexikanischen Langstreckenrennen «Carrera Panamericana», bei dem nur 5-sitzige Limousinen an den Start gelassen wurden.

Sportlich schliesst ökologisch nicht aus

Bis heute hat sich der Panamera rund eine Viertelmillionen Mal verkauft. Wobei nicht nur das Modell G1 zahlreiche Nachkommen erhielt, sondern im Jahr 2016 eine komplett überarbeitete Modellgeneration von Band lief. Noch sportlicher und eleganter, aber nicht weniger Porsche. Denn auch wenn ein Panamera gefühlt schon ein wuchtiger Geselle mit nicht zu unterschätzendem Ausmass ist – vor allem beim Einparken in engen Tiefgaragen – ist und bleibt er ein Sportwagen. Und auch dann, wenn er sich nicht mehr von Benzin ernährt, sondern hybrid unterwegs ist. Porsche bezeichnet es als «einzigartige Symbiose der Gegensätze». In Kombination ergibt der 136 PS-starke und in das Achtgang-Doppelkupplungstriebe eingebaute Elektromotor des Panamera 4S E-Hybrid mit dem V6-Biturbo-Aggregat von 440 PS eine Gesamtleistung von 560 PS. Da soll noch einmal sagen, dass sich Sportwagen, Limousine und Elektro-Modelle ausschliessen.

Sportlich ist weiterhin die Messlatte

Gefertigt werden die Panamera-Modelle – Hybride wie Non-Hybride – mittlerweile in Leipzig und man ist sich sicher, dass der erste vollelektrische Kompakt-SUV noch in diesem Jahrzehnt dort seinen Geburtstag feiert. Auf der anderen Seite aber steht Porsche für PS und Sportlichkeit. «Den Weg der Integration setzen wir konsequent fort», sagt Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG. «Durch den Ausbau schaffen wir die Möglichkeit, künftig Benzin-, Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge auf einer Linie zu fertigen.» Und daher wird auch der Panamera mit jedem Modell ein wenig stärker. 700 PS ist derzeit die Messlinie und niemand fragt mehr, ob der Panamera wirklich den Namen Porsche verdient. Er hat ihn sich verdient – auf der Überholspur.

Fotos: Porsche

Ost trifft West

Einrichten im Japandi-Stil bedeutet, sich einen stilvollen Freiraum zu schaffen.

Man nehme eine gehörig grosse Portion japanischen Minimalismus und füge diesem eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Masse an nordischem Design hinzu – und fertig ist der Wohntrend 2021. „Japandi“ ist ein Mix aus dem beliebten skandinavischen „Hygge“-Style und der japanischen Wabi-Sabi-Philosophie, die auch als das Konzept der Wahrnehmung von Schönheit gilt. Offensichtliche Kernelemente des Japandi sind natürliche Farben, schlichte Formen und vor allem Holz. Während die Nordeuropäer hier helle Hölzer von Fichte oder Eiche zum Interieur beisteuern, kommen aus dem asiatischen Raum eher dunkle Designstücke aus Akazie oder Walnuss. Stilvoll umgesetzt zeigt sich dies beispielsweise in Form eines massiven Eichholztisches, der von dunklen Holzstühlen flankiert wird.

Weniger ist mehr

Bei den Materialien steht ebenfalls das Natürliche im Vordergrund. Verwendet werden Leinen, Jute, Baumwolle, Papier, Rattan und Keramik, und diese am besten in den Farben Braun, Beige oder Terracotta. Ergänzt durch optische Highlights in indigoblau, smaragdgrün und aubergine. Grundsätzlich geht es beim Japandi darum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und alles Überflüssige wegzulassen.

Es wundert daher nicht, dass der Wohntrend besonders Minimalisten begeistert. Deko-Artikel und andere Accessoires werden dabei nicht gänzlich aus dem Zimmer verbannt, sie werden jedoch nur ganz bewusst und in der Regel als funktionaler Eyecatcher platziert.

Ein Wandspiegel, der den Raum optisch grösser erscheinen lässt, oder bewusst platzierte Lichtinseln wie eben auch Grünpflanzen, die den Blick auf sich ziehen und unsere reizüberfluteten Sinne zur Ruhe kommen lassen, so geht Dekorieren im Japandi-Style. Nicht fehlen dürfen zudem zwei für den japanischen Einrichtungsstil bekannte Elemente: Raumteiler, die sogenannten Paravents, und niedrige Möbelstücke wie ein Futonbett oder ein entsprechend tiefergelegtes Sofa. Keramikvasen mit japanischen Schriftzeichen sind zudem ein Statement, auf das nicht verzichtet werden sollte. Von „Hygge“ inspiriert werden ausserdem auch Kissen und Decken zum funktionalen Extra. Wichtig jedoch: Nichts übertreiben und sich bei jedem Stück fragen, ob es das wirklich (noch) braucht.

Ein Ort der Ruhe

Der Begriff Japandi ist übrigens ein Kofferwort aus den beiden Begriffen „Japan“ und „Scandic“. Und so ganz neu ist der Stil – wir müssen ja ehrlich sein – auch nicht. Schon vor rund 150 Jahren liessen sich dänische Architekten auf einer Japanreise von der schlichten Eleganz des dort gelebten Wohnstils inspirieren. Doch so richtig Einzug in unser Zuhause hat der klare und sehr zurückhaltende Look erst jetzt gehalten. Ob es daran liegt, dass wir alle mehr daheim sind und trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit den Wunsch nach Grosszügigkeit vermissen, sei dahingestellt. Fakt ist, Japandi sorgt für stilvolle, heimelige Rückzugsorte. Und die tun jedem von uns gut – jederzeit!

Photos Copyrights: Pfister, Carl Hansen, IMM Cologne/Kettler/SICIS, Vitra, COR, Shutterstock

Die Welt von Assouline

Bücher entführen uns von daheim aus in ferne Welten. Im Kopf entstehen die schönsten Orte und durch surreale Traumwelten bilden sich fantastische Räume an der Grenze des Vorstellbaren. Auf den nächsten Seiten werden Sie ins Chateau Life – der neue Bildband von Assouline – eintauchen und ins kulinarische Träumen kommen. Die Franzosen werden seit langem als kulinarische Experten gepriesen. Dabei liegt die Betonung besonders auf der Zeit, die sie gemeinsam um den Tisch herum verbringen. Jane Webster und ihre australische Familie leben im Château Bosgouet in der Normandie und haben die Traditionen der französischen Tafel mit Überraschung und Freude auf Schritt und Tritt übernommen. Vom Schlendern über den Markt, über das Decken des Tisches bis hin zur Nutzung eines Gemüsegartens. Ihre Abenteuer werden hier vom kultivierten Blick der Fotografin Robyn Lea eingefangen.

Gebackener französischer Käsekuchen

Kräuter-Gourgéres

Orangenmarmeladen-Soufflé

Räucherlachs-Pastete

Erbsensuppe

Das Speisezimmer des Château du Thil in Graves, Bordeaux.

Doris’s Courgette-Brot

Muscheln á la Normande

CHÂTEAU LIFE: Cuisine and style in the french countryside
By Jane Webster with original photography by Robyn Lea
Publisher: Assouline
WWW.ASSOULINE.COM

Meisterstücke

Die „Impossible Collection“ von Assouline ist mehr als eine Ansammlung von gedruckten Worten und Bildern, sie ist eine Hommage an das Aussergewöhnliche.

Bücher sind fester Bestandteil unserer Vergangenheit und Gegenwart, da sind sich Prosper und Martine Assouline einig. Sie sind aber auch das, was in Zukunft an Schönheit gewinnt, weil Bücher einfach wertvoll sind. Zusammen hat das Paar daher Mitte der 1990er Jahre ihren eigenen Brand gegründet oder vielmehr eine eigene Bibliothek eröffnet, indem sie begannen, die Bücher zu erschaffen, nach denen sie immer gesucht haben. Ihre „Impossible Collection” ist dabei sicher kein Schnäppchen, wenn man das so salopp formulieren darf, aber sie ist sicher eine Fundgrube für alle literarischen Ästheten unter uns.

„Die virtuelle Welt braucht greifbare Dinge.“

– Martine Assouline

Pablo Picasso: The Impossible Collection

100 Werke und ein Mann, dessen Namen schon kleine Kinder kennen. Wenn ein Künstler Einfluss auf das 20. Jahrhundert genommen hat, dann Pablo Picasso. Dieses Werk ist die literarische Sammlung, die niemand auf der Welt in Gänze besitzen kann.

Chanel: The Impossible Collection

Das Buch ist ein literarisches Museum, eine kuratierte Auswahl von 100 ikonischen und charakteristischen Looks des Hauses Chanel, vom zeitlosen kleinen schwarzen Kleid bis zum makellos schlichten Tweed-Anzug – massgeblich beeinflusst vom grossen Karl (Lagerfeld).

Rolex: The Impossible Collection

Keine andere Marke verkörpert den Inbegriff der Luxusuhr mehr als eine Rolex. In diesem Werk haben sie alle ihren Platz gefunden, die besonderen Exemplare dieses einzigartigen Chronographen.

Formula 1: The Impossible Collection

Was im Jahr 1950 als Gentlemen’s Club begann, ist heute ein globaler Zirkus mit Millionen von Fans, die gebannt auf die PS-Boliden schauen, die sich Runde für Runde um Millisekunden duellieren. Dies ist ihre Geschichte.

The Impossible Collection of Bentley

Nicht das schnellste, sondern das beste Auto bauen, darum ging es Walter Owen Bentley, als er im Jahr 1919 seine Firma gründete. Wie treffsicher, elegant und stilvoll ihm das die letzten 10 Dekaden gelungen ist, zeigt dieser einzigartige Sammelband.

The Impossible Collection of Wine 

Enrico Bernado – Der italienische und weltweit beste Sommelier hat mit diesem Buch seinen Traum vom ultimativen Weinkeller wahr werden lassen und alle Weine zusammengetragen, die an Qualität, Rarität und Exklusivität nicht zu überbieten sind.

Photos Copyrights: © Assouline, Robyn Lea

Dr. Pascal Botteron

„Speziell in turbulenten Zeiten hilft eine gute ESG-Kultur, den Sturm besser zu überstehen.“

Die Aspekte Umwelt, Soziales und Führung entscheiden nicht nur in der Wirtschaft über Erfolg und Misserfolg, sie werden auch in der Finanzindustrie zunehmend zu einem wichtigen Unterscheidungselement.

Dr. Pascal Botteron ist Mitbegründer und CEO von Green Blue Invest, einem Schweizer Unternehmen, das sich der Entwicklung von ESG-Anlagelösungen widmet. Das Kernangebot von Green Blue Invest besteht aus ESG-Investmentprodukten, deren Bewertung von der Qualität der Corporate Governance ausgeht. Vor der Gründung von Green Blue Invest war Dr. Pascal Botteron in den letzten 25 Jahren in den Bereichen Risikomanagement, Portfoliomanagement und Impact Investing im Bankwesen, in der Beratung und als Akademiker tätig. So hatte er unter anderem verschiedene Positionen im Bereich Global Investment bei der Deutschen Bank im Asset and Wealth Management in Grossbritannien sowie in der Schweiz inne. Zudem war er Professor und Dozent an der Universität Lausanne, der Swiss Banking School, Thunderbird, der Universität Zürich und der HEC in Paris.

Wofür steht ESG genau?
Dr. Pascal Botteron: ESG ist eine weit verbreitete Terminologie, die definiert, wie ein Unternehmen ökologische (Environmental), soziale (Social) sowie Führungs-Aspekte (Governance) behandelt. Dahinter steht das Ziel, Standards zu setzen, dass Anleger in Unternehmen investieren können, die gute ESG-Merkmale aufweisen. Oder mit anderen Worten: Anleger sollen zielgerichtet investieren können. Es ist erwähnenswert, dass es sich nicht um ein neues Konzept handelt. So tauchte die Terminologie erstmals in mehreren Forschungsarbeiten auf, die vor 15 Jahren von den Vereinten Nationen initiiert wurden. Das Ziel dieser Studien war es, hervorzuheben, dass andere Faktoren als finanzielle bei Investitionen in ein Unternehmen zumindest von gleicher Bedeutung sind. Faktoren, wie die Art und Weise, wie ein Unternehmen sich mit Umweltfragen beschäftigt, wie es sein Humankapital schützt und wie es eine Unternehmenskultur pflegt, wurden dabei alle erwähnt.

Gibt es einen Unterschied zwischen den USA und Europa hinsichtlich der Bekennung zu ESG?
Heute ist der Umweltaspekt in Europa ein zentrales Element, während es in den USA der soziale Aspekt ist. Dies zeigt die unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Die Realität in Europa sieht so aus, dass der Klimawandel – vor allem nach der Pariser Konferenz – ein riesiges Thema ist, das von Politikern und vielen Wirtschaftsführern nach breiter Einflussnahme durch Wähler und neue Generationen aufgegriffen wird. Es dauerte jedoch wahrscheinlich noch ein Jahrzehnt, um eine breite Akzeptanz von ESG in der Finanzwelt zu erreichen. Es gab das Missverständnis, dass Unternehmen, die sich verstärkt um die Thematik ESG kümmern, dazu neigen, unterdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen. Die letzten zehn Jahre zeigen jedoch, das ist ein Irrtum. Wir haben gesehen, dass die fundamentalen Triebkräfte hinter einer guten und integrierten ESG Kultur auch dazu beigetragen haben, eine Outperformance am Markt zu erzielen.

Sie haben eine besondere Art und Weise, Unternehmen nach ESG-Kriterien zu überprüfen – würden Sie das kurz erläutern?
Eine gute ESG-Investition setzt grundsätzlich voraus, dass die drei Elemente bei der Investitionsentscheidung berücksichtigt werden. Leider tendieren die Investitionen heute dazu, nur ein oder zwei der drei Elemente zu berücksichtigen. Wir sind der Ansicht, dass die drei Aspekte auf integrierte Weise angegangen werden sollten. In diesem Zusammenhang ist der Schlüssel unter den drei ESG-Elementen das „G“. Der Vorstand eines gut geführten Unternehmens wird zweifellos ein gutes „G“, ein gutes „E“ und ein gutes „S“ praktizieren. Jüngste akademische Untersuchungen haben dafür bereits den Beweis geliefert.

Wie lässt sich das „G“ messen?
Wir haben uns für eine Methode entschieden, die auf der Verarbeitung natürlicher Sprache basiert. In den linguistischen und psychologischen Wissenschaften ist es allgemein anerkannt, dass man den Charakter eines Individuums durch die Sprache definieren kann, die es benutzt.

Zum Beispiel wird jemand, der in jedem Satz „Ich“ sagt, dazu neigen, egozentrisch zu sein, während jemand, der „Wir“ verwendet, eher zum Teamplayer tendiert. Um die Qualität der Unternehmensführung zu extrahieren, verwenden wir dasselbe Prinzip. Wir nutzen ein proprietäres Wörterbuch mit 7‘000 Wörtern, dass die „G“-, aber auch die „E“- und „S“-Dimensionen erfasst. Diese Wörter sind positiv oder negativ. Wir analysieren die Jahresberichte von Unternehmen und können anhand der Häufigkeit des Auftretens dieser Wörter die Qualität der ESG-Politik eines Unternehmens statistisch extrahieren. Da der Jahresbericht unter der Verantwortung des Vorstands steht, erfassen wir den „Ton von oben“ und können eine Diagnose über die Qualität der Unternehmensführung stellen und darüber, wie sie die Integration einer ESG-Politik beeinflusst.

Am Ende des Tages zählt für einen Anleger die Performance, nicht wahr? Wie schneiden Ihrer Meinung nach ESG-Produkte im Vergleich zur Benchmark ab?
Ich stimme Ihnen voll und ganz zu.
Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass ESG-Indizes eine bessere Performance erzielt haben als traditionelle Indizes. Einige Anleger betonen die Tatsache, dass sich dies durch das Fehlen von Öl- und Gasunternehmen erklärt. Das trifft teilweise zu, stellt aber nur einen kleinen Beitrag dar. Wir glauben, dass die Mehrheit der Unternehmen mit einer echten und ehrlichen ESG-Kultur widerstandsfähiger und agiler sind und daher dazu neigen, ihre Konkurrenten regelmässig zu übertreffen. Im Jahr 2020 hat sich dieses Phänomen verstärkt, was zeigt, dass in einer Zeit besonderer Herausforderungen eine gute ESG-Kultur hilft, den Sturm besser zu überstehen.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach ESG Produkten und welche Investoren sind interessiert?
Es gibt eine massive Verlagerung von Vermögenswerten auf ESG-Produkte, was eine gute Nachricht ist. Unternehmen sind gezwungen, sich mit dem Thema zu befassen. Dieses Jahr zeigten sich „netto-positive“ Ströme in ESG-Fonds und „netto-negative“ Ströme in Nicht-ESG-Fonds.

Dafür gibt es viele Gründe. Erstens haben viele Regierungen Vorschriften erlassen, um institutionelle Anleger zu einem Investment in ESG-Produkte zu zwingen. Länder wie Frankreich, Schweden und die Niederlande sind Vorreiter. Ausserdem reagieren viele Banken darauf, indem sie der Forderung der neuen Generationen – der Jahrtausendgenerationen – nachkommen, die an der Notwendigkeit eines Wandels einschliesslich einer Änderung der Investitionsweise festhalten. Der Trend ist aufgegriffen worden, und nun besteht die Notwendigkeit, auf diese Nachfrage mit mehr Produktlösungen zu reagieren.

Wie lange brauchen Unternehmen Ihrer Meinung nach, um die ESG Kriterien vollständig zu erfüllen?
Der Übergang wird sich wahrscheinlich in den nächsten Monaten und Jahren beschleunigen, aber es bleibt es ist noch ein langer Weg. Je nach Land wird es einige Jahre bis zu einigen Jahrzehnten dauern. Die jüngste Outperformance von ESG-Produkten gegenüber Nicht-ESG-Produkten ist definitiv ein Auslöser für die Beschleunigung. Um diesen Trend fortzusetzen, sind drei Elemente von entscheidender Bedeutung. Es braucht erstens einen guten Aufklärungsprozess, um sicherzustellen, dass jeder versteht wie man einen guten ESG-Standard umsetzt – vom Investor bis zum Entscheidungsträger. Zweitens benötigen wir Industriestandards, die garantieren, dass alle ESG-Produkte den ESG-Regeln entsprechen. Und drittens ist die Unterstützung der Entwicklung einer neuen, voll und ganz auf ESG ausgerichteten Industrie unabdingbar. Mit anderen Worten, es besteht ein Bedarf an ESG-Produkten, mehr ESG-Beratern und mehr ESG-Produktmanagern, um auf den Übergang zu reagieren.

ESG ist jetzt im Trend. Was passiert, wenn sich die Unternehmen schnell umstellen und ESG plötzlich alltäglich wird?
Das wäre perfekt! Es bedeutet ja, wir hätten unsere Arbeit getan. Unser Ziel ist es, die Unternehmen zu einer guten Leistung zu zwingen. Derzeit sieht die Realität anders aus. Noch immer hat die überwiegende Mehrheit der Unternehmen, Investoren und Politiker das Konzept nicht aufrichtig angenommen.

Wir sind davon überzeugt, dass der Wandel auf der Vorstandsebene aller Unternehmen beginnen wird, daher müssen die Vorstandsmitglieder zu diesem Wandel motiviert werden.

Welches sind Ihrer Meinung nach aktuell die drei grössten Herausforderungen, damit die Finanzindustrie ESG vollständig integriert?
Die ESG-Branche ist noch neu und wird von vielen Anlegern immer noch als Nische betrachtet. Sie befindet sich jetzt definitiv an einem Wendepunkt, da einige der grössten institutionellen Anleger und sehr vermögende Privatpersonen begonnen haben, vollständig auf ESG umzustellen. Wir erwarten, dass sich noch mehr dieser Umstellung anschliessen werden. In diesem Zusammenhang wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass erstens eine Finanzindustrie gute ESG-Produkte entwickelt, zweitens Berater dafür sorgen, dass diese Produkte den ESG-Standards entsprechen, und drittens, dass ESG-Produkte die drei ESG-Elemente mit einem klaren Ziel der Marktüberperformance integrieren.

Photos Copyrights: © Green Blue Invest Portrait Dr. Botteron, Shutterstock

Echtes Schmuckstück

Zürichs Traditionshaus Beyer hat umgebaut und dabei keinen Stein auf dem anderen gelassen. Das Ergebnis überzeugt mit Stil, Eleganz und vor allem mit Persönlichkeit.

In 17 Wochen und aus 16 Tonnen Abfall wurden 2’500 Tonnen Recycling-Kupfer gewonnen. 35 Kilometer Kabel wurden verlegt und allein in die Programmierung der Visualisierungen wurden 350 Arbeitsstunden gesteckt. Das sind die harten Fakten, wenn es um den Umbau des Traditionsgeschäfts Beyer an der Zürcher Bahnhofstrasse geht. Das Ergebnis ist jedoch weniger sachlich, es überzeugt vor allem mit Emotionen. Und die sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil, wenn es um den Besuch des Ladenlokals an der Bahnhofstrasse 31 geht. Schliesslich ist dieser meistens damit verbunden, sich etwas besonders Schönes, etwas besonders Wertvolles zu gönnen. Oder eben nach einer entsprechenden Gabe zu suchen, die einem lieben Menschen zeigen soll, wie wertvoll er ist.

Die mehreren Millionen Franken, die in das neue Design gesteckt wurden, sieht Inhaber René Beyer nicht nur als Investition in die Zukunft, sondern vor allem als Dank an die treue Kundschaft: «Viele Familien dürfen wir seit mehreren Generationen zu unseren Gästen zählen, da gibt man gern etwas zurück.» Und auch dieses Geschenk kann sich wirklich sehen lassen. Böden, Decken und Wände wurden ersetzt, es gibt zahlreiche neue Schaufensterelemente und alles ist grosszügiger gestaltet worden. Thematische Schwerpunkte wie der IWC-Corner oder die Rolex-Galerie laden zum Verweilen ein. Die Tische sind multifunktionell, sodass jeder Kunde sich auf eine individuelle Beratung auf höchstem Niveau freuen kann.

Natürlich wurde auch das Uhrenmuseum im Untergeschoss nicht vergessen und in den Umbau integriert. So wurde auch das Herzstück ordentlich aufgepeppt. Der Sammlung wurden neue Objekte hinzugefügt und der Rahmen, in dem sie sich präsentieren, ist ebenfalls aufgefrischt worden. Für das 50-jährige Firmenjubiläum im kommenden Jahr ist daher alles bestens vorbereitet. Und bis dahin ist jeder herzlich willkommen. Oder um es mit René Beyers Worten zu sagen: «Natürlich sind alle Neugierigen herzlich willkommen, unser Geschäft anzuschauen –auch ohne Kaufabsichten.»

www.beyer-ch.com

Photos Copyrights: © Beyer

Schöner Wohnen

Kaum hat das neue Jahr angefangen, lassen uns die Möbelhersteller endlich einen Blick auf ihre neuen Kollektionen werfen. In diesem Jahr lässt ein Trend alle anderen weit hinter sich. Wir sagen nur: Retro is back.

KARE DESIGN

Das Art-Déco-Sofa verbündet sich mit einer Mid-Century-Kommode und Pop-Art-Objekte 
treffen auf klassische Lounge-Sessel. Leuchten und Accessoires aus Messing werden als 
punktuelle Hingucker platziert. „Retro Elegance“ 
in Perfektion.
www.kare.de

Neues Jahr, neue Trends – auf den internationalen Möbelmessen ist einer dabei unübersehbar. 2019 steht fest in der Hand von „Retro Elegance“. Alte Designs werden neu interpretiert und Klassiker wie der Mid-Century Style oder die Popkultur zeigen sich im modernen Kleid. Möbel-Solisten werden zu Hinguckern im Wohnbereich, während Ordnungshüter sich im Schlafzimmer und der Küche breit machen. Hier zeigen sich intelligente Baukastensysteme, die auf der einen Seite Ordnung garantieren, auf der anderen individuell zusammenstellbar und multifunktional sind.

Farblich existiert eine Schere zwischen bunt und dunkel-elegant. Und auch Grau ist weiterhin ein Megatrend. Die Farbe des Jahres ist jedoch laut dem internationalen Farbinstitut Pantone „Living Coral“, und das knallt wirklich. Gleiches gilt für die wieder in unsere vier Wände zurückgekehrten Materialien Messing und Gold. Daher der Tipp der Design-Experten: Punktuell eingesetzt sind knallige Farben und auffallende Materialien ein echtes Highlight. Wer es übertreibt, wird schnell erschlagen.
Nicht tot zu kriegen ist zudem Holz, wobei es keine klare Festlegung auf eine besondere Art gibt. Da verschmilzen heimische Hölzer wie Eiche und Nussbaum mit Exoten wie Palisander oder Teak zu einem harmonischen Gesamtbild. Ergänzt wird dieses durch Glaselemente und Natursteine. Und bei den Textilien ist und bleibt Samt ein Favorit. Weich, warm und luxuriös – er sorgt bereits beim Betrachten des Sofas oder Sessels für ein einladendes Gefühl.

Der Genussvolle

Die Philosophie steckt beim Unternehmen „Stressless“ bereits im Namen. Mit der neuen Dining Kollektion liefert es einen modernen und mal etwas anderen Essbereich. Der Tisch wird stilvoll mit zwei „300D“-Stühlen und dem Dining-Sofa „Spice“ ergänzt.
www.stressless.com

Der Vielseitige

„Avalanche“ heisst Ihr neuer Freund in Sachen Entspannung. Das multifunktionale Möbel ist Hochlehner, Daybed, Sitzgelegenheit mit Ablage oder Liegewiese in nur einem Objekt. Erhältlich in verschiedenen Formen und Farben. www.cor.de

Der Wandelbare

„Zukunft braucht Herkunft“, unter diesem Aspekt überrascht die Manufaktur „Team 7“ jedes Jahr mit neuen Produkten aus Naturhölzern. Der Esstisch „Tema“ ist der perfekte Ort, um mit der Familie, Freunden oder dem Partner genussvolle Stunden zu verbringen. Mit nur einem Handgriff ist der Tisch um einen weiteren Meter ausziehbar. Holzarzt auf Wunsch.
www.team7.ch

Der Klassiker

Die Tischserie „DS-3011“ ist seit fast einem halben Jahrhundert ein Klassiker bei „De Sede“. Jetzt gabs für den aus den 1970ern stammenden Couchtisch ein Revival im neuen Design. Die Tischplatte ist mit einem Lederband umzogen, die einzelnen Elemente scheinen im Raum zu schweben.
www.desede.ch

Ethimo

Grand Life ist die neue „Geschichte“ von Ethimo, eine Lounge-Kollektion, die von Christophe Pillet entworfen wurde und die elegantesten Outdoorbereiche noch stärker aufwerten soll. Sie bringt uns Orte von zeitloser Schönheit mit einer bezaubernden und entspannenden Atmosphäre in Erinnerung, Panoramen, die eine grosse Seelenruhe in uns hervorrufen, und Outdoorbereiche mit schlichten, gemütlichen und eleganten Möbeln, die Ausdruck des echten italienischen „Way of Life“ sind.
www.ethimo.com

Die Erleuchtung

Farbiges Glas kombiniert mit einem Sockel aus Marmor, die Tischleuchte Stockholm besticht vor allem durch ihr minimalistisches Design. Influencer würden wahrscheinlich vom It-Peace sprechen.
www.boconcept.de

Der Trendsetter

Stauraum und Dekowunder, das Sideboard „Zil“ wurde vom Designer This Weber für das Atelier Pfister entworfen. Klare Formen, hochwertige Materialien und die Möglichkeit verschiedener Ausführungen machen es zur Idealbesetzung für den Wohn-, aber auch Schlafbereich. In der Trendfarbe des Jahres ist es natürlich besonders stilvoll.
www.pfister.ch

Der Assistent

Die Espressotasse, der Laptop, das Buch – wer auf dem Sofa sitzt, braucht einen Assistenten. Und zwar den perfekten Beistelltisch. Mit dem Model „927“ stellt Rolf Benz diesen bereit.
www.rolfbenz.de

Es werde Lucerna

Lucerna ist ein ausserordentlich viel-
seitiges Designobjekt, das weit über seine ursprüngliche Funktion hinausgeht: Obwohl sie zur Beleuchtung von Outdoorbereichen entwickelt wurde, ist sie auch optimal als dekoratives Element für Gärten und Terrassen geeignet, das mit aussergewöhnlichen Lichteffekten überrascht.
www.ethimo.com

Photos Copyrights: Kare, : COR, De Sede, Bo Concept, Ethimo, Pfister, Rolf Benz

Die smarte Bank – N26

Zwei deutsche sorgen weltweit mit ihrer mobilen Bank „N26“ für Aufsehen. In nur vier Jahren haben sie es vom Start-Up zum internationalen Top-Player geschafft. Der Clou: Alle Finanzen lassen sich in Echtzeit über eine einzige App regeln.

Es waren einmal zwei frustrierte Freunde. Valentin und Maximilian hatten die Nase gestrichen voll von den bestehenden Angeboten und Services der Banken. Keine digitale innovative Vision, mangelnde Transparenz und Gebührenübertreiber – so ihr Fazit. Doch statt zu klagen, krempelten sie die Ärmel hoch und gründeten selbst eine Bank. Eine nach ihren Vorstellungen. Eine, die den Kunden in Form des Smartphones 24 Stunden, sieben Tage die Woche ein treuer Begleiter ist. Und die es innerhalb von nur vier Jahren nach der offiziellen Produkteinführung an die Spitze des Olymps geschafft hat. „N26“ ist internationaler Marktführer im Mobile Banking – weltweit in 24 Ländern aktiv, 2,4 Millionen Kunden und 700 Mitarbeiter, diese Fakten sprechen wirklich für sich.

Eine einfache Bank

Das Erfolgsgeheimnis: Die Besinnung auf das Wesentliche. Der Kunde findet alle Finanzen in nur einer App. Banking 
ist so flexibel und transparent. Echtzeit-Benachrichtigungen, Unterkonten mit Sparzielen, die weltweite Kartenzahlung, Kreditaufnahme und Versicherungsabschlüsse, alles mit nur einer Hand zu regulieren. «N26» fokussiert sich ganz klar auf die heutigen Kundenbedürfnisse. Dazu Gründer und CEO Valentin Stalf: «Weltweit nutzen immer noch zu viele Menschen schlechte Bankprodukte und zahlen zu hohe Gebühren. Dank unserer Investoren haben wir jetzt mehr denn je die Chance, eine der grössten Industrien umzukrempeln.»

Eine wachsende Bank

„N26“ wurde ausschliesslich für das Smartphone entwickelt und hat damit das Banking einfacher, schneller und zeitgemässer gemacht. Auf Filialen wird weltweit verzichtet, Geld erhalten die Kunden bei rund 9 ‚ 000 Partnerunternehmen wie grossen Detailhandelsketten. Zudem steckt hinter der App ein schlankes IT-System, das kaum Kosten generiert. So können die einzelnen Angebote wie Girokonten oder Master- und Kreditkarten gegen minimale Gebühren genutzt werden. Weltweit arbeitet das Unternehmen zudem mit innovativen Fintechs zusammen, um seine Services weiter auszubauen. Gerade konnten in einer erneuten Finanzierungsrunde 300 Millionen US-Dollar eingesammelt werden. Mit diesen soll „N26“ nun auch jenseits des grossen Teichs in den USA voll durchstarten. Der Name„N26“ geht übrigens auf die ersten Büroräumlichkeiten zurück. Die lagen in Berlin an der Strasse „Unter den Linden 26“. Auch hier zeigt sich erneut die Philosophie der beiden Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal: Warum etwas kompliziert machen, wenn es sich doch auch einfach und kostengünstig verwirklichen lässt.

www.n26.com

„Weltweit nutzen immer noch zu viele Menschen schlechte Bankprodukte und zahlen zu hohe Gebühren. Dank unserer Investoren haben wir jetzt mehr denn je die Chance, eine der grössten Industrien umzukrempeln.“

Photos Copyrights: N26

Mister Abstrakt

Farben und Formen hat er gefühlt, die Kunst war sein Leben. Wassily Kandinsky gehört zu den besten Künstlern, die je einen Pinsel in die Hand genommen und zeitloses erschaffen haben. Ein Grund, ihm nicht nur diese Geschichte, sondern auch ein Cover zu widmen.

Beginnen wir diese Geschichte mit einem „A“ wie abstrakt. Und enden wir mit „Z“, wie ziemlich cool. Und wir tun das, indem wir über Wassily Kandinsky sprechen. Seines Zeichens ein Typ, der Kunstgeschichte schrieb. Ist er doch der Begründer der Abstrakten Malerei und der Mann, der Farben und Formen Emotionen zuordnete. Er machte das Blau zum Übersinnlichen und versah das Gelb mit den Attributen irdisch, aggressiv und exzentrisch. Der Punkt wurde zum Urelement und die Vertikale zur warmen, weissen Erscheinung. Das Ergebnis dieses Weiterdenkens waren Bilder, die die perfekte Zusammenstellung von Farben und Formen zeigen. Und die heute Sammlern nette Millionensummen wert sind. So kam beispielsweise die „Studie für Improvisation 8“ aus dem Jahr 1909 für 23 Millionen Dollar unter den Hammer.

Wassily selber kam am 16. Dezember 1866 in Moskau zur Welt und verstarb am 13. Dezember 1944 im französischen Neuilly-sur-Seine. Glücklich? Das kann man bei Künstlern ja nie eindeutig sagen. Was aber feststeht, er schaute auf ein bewegtes Leben zurück. Nach dem Abbruch des Jurastudiums widmete er sich der Kunst, lebte lange in München und gründete mit Freunden 1911 die Ausstellungsgemeinschaft „Der Blaue Reiter“. Wie bei vielen anderen seiner Zeit, bestimmte der Erste Weltkrieg seinen Aufenthalts- oder besser Lebensort und auch sein Einkommen. Schlecht ging es ihm aber nie. Seine Arbeit war ein kreatives Potpourri, das über seinen Tod hinaus seine zweite Ehefrau verwaltete. Und die investierte es in Stiftungen und Künstlerförderung. Mut braucht auch Investoren, das wusste Kandinsky und das wusste auch seine Frau. Daher abschliessend einfach ein Fazit: geiler Typ, klasse Frau. Und damit eine ziemlich coole Geschichte. Punkt.

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
VG-Bild Kunst, Bonn 2016
Foto: Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München
Impression III (Konzert), 1911 Städtische Galerie im Lenbachhaus München

Business Nomaden

Business to go

Immer mehr Menschen werden zu Business-Nomaden, die statt festem Arbeitsplatz flexible Einsatzgebiete bevorzugen. Ein Trend, auf den auch die Möbelbranche reagiert wie auf der IMM Cologne und dem Salone del Mobile 2018 in Mailand zeigen.

 

Heute hier, morgen dort – das heutige Arbeitsleben ist geprägt von Bewegung und Flexibilität. Stationäre Arbeitsplätze, Co-Working-Büros oder das Homeoffice, man schafft, wo man gebraucht wird oder eben am besten arbeiten kann. Ein Wandel, dem auch die Interieur Designer ihren Tribut zollen. Und das auf intelligente Art und Weise.

Experten sprechen von der räumlichen Verschmelzung von Arbeit und Freizeit. Wir würden es schlicht und einfach flexible Arbeitsplätze nennen, die vor allem durch die Digitalisierung geprägt wurden. Heute braucht es nicht mehr das Büro, den einen Platz, an dem man arbeitet. Heute kann man – je nach Job – schaffen, wann immer, wo immer und wie auch immer man will. Dies gilt natürlich vor allem für die Beratungs- und Kreativbranche, die in der Regel mit einem funktionstüchtigen Computer, einem smarten Telefon und entsprechender Software wie Skype, Facetime & Co. alles beieinanderhaben, was es zum täglichen erfolgreichen Arbeiten braucht.

Doch so ganz stimmt das dann auch wieder nicht. Denn natürlich braucht es für kreative Gedanken auch eine animierende, motivierende Umgebung. Ob sich dieses Zuhause oder abseits der eigenen vier Wänden in einem Café, einem Co-Working-Büro oder direkt beim Kunden vor Ort befindet, spielt dabei weniger eine Rolle. Wichtig ist, das Drumherum soll Spass machen.

HAY bietet mit dem Copenhague Desk CPH 90 den idealen Arbeitsplatz für jeden, der wenig Platz hat. Das schlichte Pult und der klassische Holzstuhl sind das perfekte Duett für jeden, der nach einem Schaffensbereich sucht, der sich perfekt in den Wohnbereich einfügt.

Die Kunden bestimmen das Angebot

Diesen Wunsch haben auch die Designer und Verantwortlichen der Interieur Branche erkannt und entsprechend reagiert. So zeigte COR bereits Anfang des Jahres ihre neue COR LAB-Kollektion, bei der neben internen Experten auch gezielt auf die Unterstützung namhafter externer Designer wie den Frankfurter Uwe Fischer oder aber auch die in Paris lebende Pauline Deltour gesetzt wurde. Ligne Roset setzt zudem auf Raffinesse und sorgt nicht nur für ein stilvolles, sondern auch überraschendes Homeoffice. Und Interieur von Rolf Benz ist und bleibt ein Hingucker, auch im Büro.

Auf dem Freistil 149 von Rolf Benz lässt sich wunderbar denken. Die ursprüngliche Form des Ohrensessels wurde dabei neu interpretiert, die beschützende Aura bleibt aber erhalten. Erhältlich ist der Sessel in verschiedenen Farben und auch als Sondereditionen.

Als Rückzugsort geschaffen, bietet das Möbelkonzept Floater mit seinen bequemen Polstern und der ausreichend vorhandenen Arbeitsfläche Raum für kreative Arbeit. Designerin Pauline Deltour schuf diese Kollektion im Auftrag der deutschen Marke COR.

Schaut man sich zudem bei den Experten für Büroeinrichtungen um, zeigt sich deutlich, dass man dem Kunden heute funktionelle Klassiker mit langer Lebensdauer und smarten Überraschungen bieten möchte. USM Haller wie auch Girsberger bieten dabei mit den neuen Kollektionen vor allem tolle Stücke für die Raumgestaltung von Co-Working-Arbeitsplätzen. Und natürlich lassen sich diese ebenso auch im heimischen Arbeitsbereich gut platzieren. Und bei der passenden Beleuchtung ist von der Stehlampe bis zur lustigen Männchen-Tischleuchte alles drin.

Es braucht nicht viel, um gut zu sein

Grundsätzlich aber lässt sich mit Blick auf den idealen Schaffensplatz sagen, dass ein guter Schreibtisch, raffinierte Staufläche und ein bequemer Stuhl bereits das perfekte Terzett ergeben, um gute Arbeit leisten zu können. Beim Rest ist eben der individuelle Stil ausschlaggebend. Zwei, drei kleine Dinge aber sollten neben einer guten Beleuchtung jedoch immer beachtet werden, egal wie extravagant oder auch schlicht die eigenen Ansprüche sind. Lässt sich die Oberfläche der Tische gut reinigen, darf auch mal was danebengehen, und die Sitzflächen der Stühle machen lange Freude, wenn sie ergonomisch geformt sind.

 

 

Photos Copyrights: © Hay, Rolf Benz, COR, USM Haller, De Sede, Moll, Coolinarium, Ligne Roset;

Bekannt für edle Möbelstücke hat Ligne Roset auch für Business-Nomaden eine stilvolle Auswahl für den perfekten Arbeitsplatz. Der Sekretär Mural darf dabei als Schatzkästchen verstanden werden, das bei Nichtgebrauch zum sicheren Schliessfach wird. Nubo ist ebenfalls eine schöne Wandgestaltung, die sich innerhalb von wenigen Sekunden zu einem Schreibtisch umfunktionieren lässt. Und Rewrite ist so etwas wie das NonPlusUltra für jeden Kreativen, der die schlichte Eleganz liebt.

Auch wenn sein Name eher wenig spektakulär daherkommt, ist der DS-515 von De Sede ein echter Hingucker für das Homeoffice. Leder und Stahl sorgen in perfekter Kombination für einen langen Sitzkomfort. Designt wurde er vom Zürcher Studio Greutmann Bolzern.

Uwe Fischer hat für das Unternehmen COR die perfekte Kombination aus höhenverstellbarem Tisch (Level) und passender Polsterbank (Bridge) entworfen. Daran machen Diskussionen, heisse Schreib-Arbeitsphasen oder auch mal eine kleine Pause besonders Freude.

Getty images

Es kommt doch auf’s Aussehen an!

Die visuellen Trends für das Jahr 2018 hören auf die klangvollen Titel Masculinity undone, second renaissance und conceptual realism. Klingt spannend, vor allem aber fremd. Was steckt also hinter den Zukunftsprognosen der Bildagentur GETTY IMAGES?

Mal im Ernst, das Jahreshoroskop für das kommende Jahr liest man nicht offiziell, aber dennoch macht man sich ein ganz klein bisschen Sorgen, wenn es nicht so ausfällt, wie man es sich für das neue Jahr erhofft. Gleiches gilt für Trendprognosen. Anscheinend weiss jeder, was kommt, so zahlreich die Aussagen, die sich Ende des alten und Anfang des neuen Jahres zu nahezu jedem Thema finden lassen. Digital wie auch gedruckt. Einer, der ebenfalls immer mitmischt, ist die Bildagentur Getty Images. Das dem Milliardär Mark Harris Getty gehörende Unternehmen prognostiziert in schöner Regelmässigkeit die visuellen Trends für das kommende Jahr. Und für 2018 hören diese auf die Namen Masculinity undone, Second Renaissance und Conceptual Realism. Und das macht sie erklärungsbedürftig. Irgendwie. Ein bisschen.

Masculinity undone

Getty nutzt als Basis für die Prognose die über das vergangene Jahr registrierten Suchbegriffe. Also welche Recherchebegriffe werden am häufigsten angegeben und wie sieht es bei den Kombinationen aus? Ebenfalls bezieht das Team aus Forschern und Artdirektoren das weltweite Konsumenten- wie auch Gesellschaftsverhalten mit in seine Analysen ein. Die Auswertung von 2017 hat dabei gezeigt, dass der «richtige Kerl» oder «knallharte Typ» ausgedient hat. Heute darf Er auch etwas weicher, emotionaler sein und seine Maskulinität eher zurückhaltend zur Schau tragen. So hat Getty weltweit im Vergleich mit anderen Wort-Kombinationen einen extrem hohen prozentualen Anstieg für die Suchbegriffe homosexuelle Väter, meditierende Väter wie auch alleinerziehende Väter registriert. 2018 wird Mann sich daher zwar nicht weiblicher, aber weniger kantig zeigen. Das erste Fazit einer der grössten Bildagenturen der Welt ist demnach: Masculinity undone.

Second Renaissance

Der zweite Trend wird von dem Umstand geprägt, dass heute eigentlich jeder jederzeit Dank Smartphone und anderer digitaler Begleiterscheinungen in der Lage ist, ein Bild zu machen. Dem geschuldet ist somit die Kunst des Fotografierens ein wenig auf der Strecke geblieben, vor allem jedoch die Wertschätzung von ausgebildeten Fotografen. Diese gehen daher nun einen neuen Weg, suchen Inspiration in der Kunstgeschichte und hauchen der Renaissance ein zweites Leben ein. Portraits werden wieder zu Inszenierungen, Gesichter zu Kunstwerken. Zum Einsatz kommen dabei gedämpfte Farben und wertvolle Stoffe. Getty leitet diese «Second Renaissance» aus den von ihnen registrierten Suchbegriffen abstrakt & luxuriös sowie Vintage & Porträt ab.

Conceptual Realism

Das Terzett vollendend hat Getty zudem noch den «Conceptual Realism» als neuen Trend definiert. Runtergebrochen aufs Wesentliche ist damit gemeint, dass sich Menschen wieder realere Bilder wünschen. Oder anders: Authentizität in Zeiten, in denen viele hinterfragen, was und wem sie noch Glauben schenken können. Influencer hier, Softwareprogramme dort, die Digitalisierung macht die Manipulation einfach. 2018 werden vermehrt wieder Bilder auftauchen, die sich durch einen realistischen Stil auszeichnen, aber auch überraschen werden. Denn die Realität wird sich in neuen Facetten zeigen, und die werden gut durchdacht sein. Denn das Bauchgefühl ist zwar gut, Strategie und ein gutes Konzept aber wertvoll. Gesucht wurde hier nach den Worten Realität wie auch unerwartetes Konzept.

Well done

2018 wird daher visuell auf jeden Fall ein aufregendes Jahr, zumindest wenn Getty mit seinem Bilder-Horoskop Recht behält. Stellt sich abschliessend nur noch die Frage, für wen macht die Zukunftsprognose der Bildagentur eigentlich Sinn? Die Antwort: Marken und Unternehmen und der ganze Rattenschwanz der Kommunikationsagenturen. Denn die Zeiten, in denen man mit einem Werbefoto seine Kunden in Form von Plakaten abholte, sind vorbei. Heute werden Zielgruppen definiert, deren Erwartungen skizziert und daraus ergibt sich, auf welchen Wegen man sie kontaktiert. Trifft man schon einmal visuell den richtigen Nerv, ist man daher gut aufgestellt. Denn am Ende ist es doch wie beim zu Beginn erwähnten Horoskop: Stimmt die Message für einen, steigt die Zufriedenheit.

Photos Copyrights: StockSnap, Shutterstock/Richard Lyons
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