Die grösste und preisträchtigste Möbelmesse der Welt, Salone del Mobile, hat erneut Mailand in das Epizentrum der Möbel- und Interior-Designbranche verwandelt. Anfang April 2025 präsentierte sich die 63. Edition mit einer beeindruckenden Bandbreite an Design - Innovationen und kulturellen Höhepunkten.

Tram Salone del Mobile 2025 / Communication Project / Salone del Mobile 2025 © Dentsu Creative Italia
Wenn der Salone del Mobile stattfindet, verwandelt sich die Modemetropole in ein vibrierendes Design-Mekka mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Events. Hier pilgern illustre Gäste und Fachpublikum aus aller Welt her, um die neuesten Trends zu erspüren und um eine spannende Zeit zu haben. Das Leitthema der diesjährigen Edition wurde mit der Kampagne «Thought for Humans» präsentiert, entwickelt von Dentsu Creative Italy. Sie betont die natürliche Harmonie zwischen dem menschlichen Körper und Materialien, die für zeitgenössisches Design, Handwerkskunst und Nachhaltigkeit stehen. «Unsere Stadt ist stolz darauf, mit dem Salone del Mobile die Fähigkeit zu teilen, die Herausforderungen der Gegenwart zu begreifen und sich zu verpflichten, Lösungen zu untersuchen, zu verwirklichen und zu entwickeln, die sich positiv auf die Zukunft des Sektors und das Leben der Gemeinschaft auswirken können. Aus diesem Grund sehe ich das für die 63. Ausgabe des Salone del Mobile gewählte Thema – den aufgeklärten Humanismus – als einen starken kreativen Anreiz für alle, die im Bereich Design arbeiten, und als eine interessante Gelegenheit zum Nachden- ken über die aktuellen Ereignisse für die vielen EnthusiastInnen, TouristInnen und KäuferInnen, die an den Ausstellungen und Veranstaltungen teilnehmen werden», verkündet Giuseppe Sala, Bürgermeister von Mailand, vor der diesjährigen Ausstellung.

Design Kiosk Piazza della Scala / Project curated by DWA-Design Studio / Editorial selection by Corraini Edizioni © Salone del Mobile

Robert Wilson. Mother / Museo della Pietà Rondanini / Castello Sforzesco / Salone del Mobile 2025 © Luciano Romano
Kultur ist Zukunft
Der Salone del Mobile wurde von dem renommierten Künstler Robert Wilson eröffnet, der im Castello Sforzesco die beeindruckende Installation «Mother»
präsentierte. Inspiriert von Michelangelos unvollendetem Meisterwerk, der Pietà Rondanini, erschuf Wilson ein immersives Erlebnis, das Licht, Klang und Raum kunstvoll miteinander verbindet. Die Installation wurde von Arvo Pärts «Stabat Mater» musikalisch untermalt und lud Besucher zu einer tiefgehenden Reflexion über Kunst und Spiritualität ein. Ein weiterer kultureller Glanzpunkt, der erlebt werden konnte, war «Villa Hèritage» von Pierre-Yves Rochon. Der französische Architekt hat eine Installation entworfen, die die Bedeutung von Zeit und Erfahrung in einer von der Tradition inspirierten, aber durch eine zeitgenössische Sensibilität neu interpretierten Vorstellung von Innenräumen bekräftigt. Die Besucher der Salone wurden zudem von «La dolce attesa» empfangen, das visionäre Auge des Oscars-Preisträgers Paolo Sorrentino. Begleitet von der Szenografin Margherita Palli und einem Soundtrack von Max Casacci zollte es einem universellen Gefühl Tribut: dem Warten, dem aufrichtigsten Moment des Lebens, der durch das Schlagen eines geheimnisvollen Herzens gekennzeichnet
ist. Diese drei künstlerischen Projekte setzten eindrucksvolle Akzente – sie allein wären schon eine Reise wert gewesen. Das hochkarätige Kulturprogramm der Mailänder Designwoche hat deren Attraktivität mit diesen drei Installationen gewiss erhöht und für den Salone ist die Förderung von Kultur zugleich eine Investition in die Zukunft.
Die Bedeutung des Lichts
Ein besonderes Highlight des Salone del Mobile war die Euroluce-Biennale, die auf mehr als 32’000 Quadratmetern mit
über 300 Marken aus 25 Ländern die Zukunft des Lichtdesigns ins Rampenlicht rückte. Unter dem Titel «Light for Life. Light for Spaces» wurden nicht nur technologische Innovationen, sondern auch stimmungsvolle und emotionale Licht-
konzepte präsentiert. Ergänzt wurde diese eindrucksvolle Ausstellung mit interdisziplinären Masterclasses, Round Tables und Workshops. Im Rahmen der «Euroluce-Biennale», fand zum ersten Mal das Euroluce International Lighting Forum statt. Es bot eine Plattform für Diskussionen über zentrale Themen des Lichtdesigns, darunter die Bedeutung Kultur des Lichts. «Licht gibt dem Raum seine Form. Ohne Licht existiert kein Raum. Albert Einstein sagte, Licht sei das Mass aller Dinge. Für mich ist es immer der Ausgangspunkt. Wenn ich eine Ausstellung aufbaue, beginne ich mit Licht. Denn Licht ist nicht nur ein technisches Element, es ist eine lebendige Präsenz, ein tatsächlicher Protagonist», so der Lichtzauberer Robert Wilson.

Paolo Sorrentino. La dolce attesa
Paolo Sorrentino Portrait © Michael Avedon
Design im Einklang mit der Natur
Auf der Messe liessen sich nicht nur wegweisende Neuheiten entdecken, sondern auch die innovativen Visionen junger Gestalterinnen im Rahmen der SaloneSatellite hautnah erleben. Diese einzigartige Plattform gewährt seit Jahren spannende Einblicke in die Zukunft des Designs. In diesem Jahr haben über 700 Designerinnen unter 35 Jahren sowie 20 internationale Designschulen ihre visionären Konzepte zum Thema «New Craftmanship: A New World» vorgestellt. Das Ziel war es, eine Brücke zwischen Tradition und zeitgenössischer Visionen zu schlagen – nicht als Kontrast, sondern als Suche nach einem harmonischen Gleichgewicht, das Design im Einklang mit der Natur fördert. «Ein weltweit einzigarti-
ges Kreativreservoir, dass uns jedes Jahr die Möglichkeit gibt, in einem Dialog der Generationen über die Zukunft zu diskutieren. Das ist eine riesige Chance: Der Salone ist industrielle Produktion, kreatives Kapital und Arbeitskapital, er ist Mailand, er ist eine Brücke, die uns in die Welt führt», so Maria Porro, die Präsidentin des Salone del Mobile.

Pierre-Yves Rochon. Villa Héritage Drawing Room (Red)
Salone del Mobile 2025 © PYR

Pierre-Yves Rochon. Villa Héritage Drawing Room (Red)
Salone del Mobile 2025 © PYR






































































