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Don’t crack under pressure

Muhammed Ali war Sportler des Jahrhunderts und eine Boxlegende. Ihm zu Ehren lanciert Tag Heuer die limitierte Armbanduhr CARERRA Special Edition in London – eine ungeahnt schweisstreibende Angelegenheit im exklusiven Boxclub BXR.

So hat sich Boxlegende Muhammad Ali Zeit seines Lebens gefühlt? Die ganze Energie ist aus dem eigenen Körper entwichen, man fühlt sich ausgepowert, Schweissperlen am ganzen Körper, die Muskulatur in Armen und Beinen brennt, und beide Fäuste schmerzen vom wiederholten Eindreschen auf den zentnerschweren Boxsack. Der dunkelhäutige Gary Logan, Head of Boxing im exklusiven Boxclub BXR in London und selbst 20 Jahre als Profiboxer aktiv, hat uns über zwei Stunden geschlaucht. Jetzt hält er am Ende der Trainingslektion mit einem strahlenden Lächeln aufmunternde Worte für uns erschöpfte Boxlaien bereit, die sich unter seiner Aufsicht abgerackert haben: «Don‘t crack under pressure!» Seine Worte sind verbale Aufmunterung pur. Und gleichzeitig der imperative Slogan von TAG Heuer, wenn es um deren Engagement im Sportsektor geht. Denn ein berühmter Markenbotschafter der Schweizer Uhrenmarke ist niemand geringerer als Boxlegende Muhammad Ali.

Als eine der bekanntesten Persönlichkeiten in der Sportgeschichte war Ali Zeit seines Lebens Kämpfer und Showman zugleich. Von seinem Olympiasieg 1960 in Rom bis zu seinem Tod am 3. Juni  2016 galt er als Ausnahmekönner und Vorbild für viele Boxergenerationen nach ihm.

Ehrentitel wie Sportler des Jahrhunderts machten Ali für die Nachwelt unsterblich. Selbst wenn man heute in London im Boxring steht und eine harte Sparring-Runde absolviert, kann man sich in Gedanken kaum dagegen wehren, dass einem der wohl legendärste Ali-Spruch in den Sinn kommt: «Float like a butterfly, sting like a bee», schiesst es einem während der Trainingssession im Boxring immer wieder durch den Kopf. Leichter gesagt als getan! Später am Abend treffen wir dann den ehemaligen Boxchampion Larry Holmes, der uns einen lebhaften Einblick in die Fähigkeiten eines Muhammad Ali gibt.
«Ali lehrte mich im Sparring, wie man im Kampf möglichst wenig getroffen wird», erklärt der Schwergewichtsweltmeister von 1978 und langjähriger Trainingspartner von Ali. Ungern erinnert sich Holmes auch an den historischen Kampf, als er als amtierender Weltmeister seinen Freund Muhammad Ali im Oktober 1980 in Las Vegas besiegte: «Ich wollte eigentlich nicht gegen ihn kämpfen», erklärt Holmes, «aber es war viel Geld im Spiel und Ali wollten den Fight unbedingt». Viel lieber als an den Kampf erinnert sich Holmes heute an die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit von Ali im Boxring, die ihn zur Legende werden liessen.

So lebt Muhammad Ali über Geschichten und als Markenbotschafter von TAG Heuer in vielen Herzen weiter – und wird mit der TAG Heuer Carrera Muhammad Ali Limited Edition an diesem Abend in London geehrt. Auf dem Zifferblatt der präsentierten Armbanduhr prangt die unverkennbare Unterschrift von Muhammad Ali bei sechs Uhr.

Und auch sonst nimmt der sportlich-elegante Zeitmesser in vielen Details Anleihe am Boxgeschehen. Auffälligstes Merkmal des an die legendäre Stoppuhr Heuer Ringmaster von 1957 angelehnten Uhrendesigns sind zwei farblich abgesetzte Ringe um das blaue Zifferblatt, die mit verschiedenen Skalen Zeiten von Boxkampfrunden für Amateur- und Profiboxkämpfe anzeigen.
Bedient wird der Zeitmesser der Calibre 5 Automatikuhr mit 38 Stunden Gangreserve über eine spezielle Krone bei zehn Uhr, die mit einer glänzend rot lackierten Linie auf sich aufmerksam macht. Der wahre Clou findet sich aber auf der Rückseite des Gehäuses.

Hier haben die Uhrmacher von TAG Heuer das Konterfei von Muhammad Ali in Sparringpose einziseliert, inklusive der Unterschrift der Legende. Der Listenpreis von 2’800 Franken für das limitierte Stück scheint angesichts der feinen Machart dieses Meisterwerkes absolut gerechtfertigt. Nur leider ist das gute Stück bereits weltweit ausverkauft.
Aber wer auf Alis berühmten Spuren wandelt – oder so wie wir im Boxring seiner Aura näherkamen –, der weiss spätestens jetzt: Ohne Schweiss kein Preis. Bestimmt lässt sich die TAG Heuer Carrera Muhammad Ali Limited Edition bei einem guten Uhrenhändler auftreiben. Wir jedenfalls denken darüber nach, aber erst wenn der Muskelkater wieder weg ist.

Photos Copyrights: TAGHeuer, Thomas Borowski

Der Tausendsassa

Seine Arbeiten kennt jeder – getuscht, gepixelt, mit einer gehörigen Portion Surrealismus und definitiv unverkennbar: Die Objekte des Mailänder Designers Piero Fornasetti. Die heute nichts an ihrer Faszination eingebüsst haben.

Keiner konnte die Grenzen zwischen Objektdesign, Kunst und alltäglichem Gebrauchsgegenstand so meisterlich verwischen, wie er es tat – Piero Fornasetti. Am 10. November 1913 in Mailand als eines von vier Geschwistern in eine Unternehmerfamilie geboren, faszinierten ihn die Künste schon von klein auf. Dabei sollte es sich später als Glück erweisen, dass sich sein Bruder dazu bereit erklärte, das Familienunternehmen weiterzuführen und damit Piero den Weg für ein Kunststudium frei machte. Doch die Studienzeit in Brera währte nicht lange, wurde er doch bereits nach zwei Jahren, aufgrund fehlerhaften Verhaltens, der Schule verwiesen.

Als überzeugter Autodidakt und Künstler, der sich ohnehin nicht in eine eng gefasste Kunstgattung einordnen liess, sollte dieser Rauswurf seiner Karriere nur zuträglich sein. An der Mailänder Triennale, an der er im Jahr 1933 – gerade einmal 20 Jahre alt – seine selbstbemalten Foulards ausstellte, lernte er den Designer und Architekten Gio Ponti kennen und damit seinen ersten Förderer. Der Start für eine fruchtbare Zusammenarbeit, in der sie nicht nur Möbel, sondern auch ganze Interior-Konzepte entwarfen.

Die Muse

Ob Wildtiere, Schmetterlinge, Ausschnitte aus Zeitungsartikeln oder florale Muster – sie alle tummeln sich auf den so charakteristischen, getuscht oder gepixelten Aschenbecher, Lampen, Foulards, Geschirr oder Möbeln Fornasettis. Seine Bildsprache ist stark, unverkennbar und mit einer gehörigen Prise Humor und Surrealismus angereichert.

Dabei ist sein wohl berühmtestes Motiv auch denjenigen ein Begriff, denen Fornasetti nicht namentlich bekannt ist. Das Gesicht auf seinen Tellern. Es ist dies das Antlitz von niemand Geringerem als der einstigen italienischen Operndiva Lina Cavalieri. Die göttliche Sopranistin, die um 1900 als die schönste Frau der Welt galt und im Laufe ihres Lebens von unzähligen Gentlemen verehrt wurde, wovon gar sieben aus verzweifelter Liebe den freien Tod gewählt haben sollen. Und nicht umsonst beschrieb sie selbst der italienische Schriftsteller Gabriele d’Annunzio als „die höchste Offenbarung der Venus auf Erden“. Piero Fornasetti jedoch verfiel ihr erst posthum im Jahre 1952, als er zufällig in einem französischen Magazin blätterte. Seine Obessession für sie war deswegen keineswegs geringer. Im Laufe seines künstlerischen Schaffens erweckte er ihr Gesicht mehr als 350 Male wieder zum Leben – mit und ohne Monokel, keck blinzelnd, mit herausgestreckter Zunge, zur Hälfte als Totenschädel und in unzähligen Varianten mehr.

Die einzige Einzelanfertigung

Privat galt der geniale Künstler als ein Exzentriker, der sich durch eine ungemeine Unhöflichkeit auszeichnete und unter dessen Tyrannei auch sein Sohn Barnaba, den er als „einzige Einzelanfertigung“ bezeichnete, mitunter schwer zu kämpfen hatte. Seit dem Tod des Vaters im Jahr 1988 führt Barnaba Fornasetti das Unternehmen und damit das Erbe weiter. Mit grossem Erfolg, gelang es ihm doch, den Namen Fornasetti wieder in den Fokus zu rücken und zum Must-Have eines stilvollen Interiors zu erheben. Mögen die einen behaupten, Fornasettis Arbeiten seien nie modern gewesen, ebenso aber waren sie zu keinem Zeitpunkt nicht-modern.

Und so verbleibt frei nach Getrude Stein zu sagen: Fornasetti ist ein Fornasetti ist ein Fornasetti ist ein Fornasetti.

VIANASSATRE 
Via Nassa 3, 6900 Lugano, Switzerland

FORNASETTI STORE
MILANO
Corso Venezia 21A (corner via Senato)
20121 Milano, Italy

Photos Copyrights: Fornasetti

Lohnende Investments

IN DEN HERZSCHLAG DER MENSCHLICHEN KULTUR

Wahre Uhrenliebhaber schwören auf tickende Mechanik, den Herzschlag der menschlichen Kultur. Nur sie gewährleistet prinzipiellen Werterhalt. Als spekulative Anlageobjekte zur kurzfristigen Gewinnmaximierung taugen freilich nur wenige Armbanduhren aus aktueller Produktion. Der Grund: Alles, was sich beim Fachhandel kurzfristig beschaffen lässt, kann beim Verkauf höchstens den Einstandspreis bringen. Und selbst das nur mit sehr viel Glück. Anders sehen die Dinge bei perspektivischer Betrachtung aus. Allein schon wegen steigender Lohn- und Materialkosten werden Armbanduhren mit schöner Regelmässigkeit teurer. Beredtes Beispiel ist der legendäre Omega „Speedmaster Professional“. Von 1993 bis 2017 ist der Publikumspreis für die so genannte „Moonwatch“ mit Handaufzugs-Chronographwerk um circa das 3,3-fache gestiegen. Ähnlich verhalten sich die Dinge bei allen Klassikern fürs Handgelenk. Angefangen beispielsweise bei „Lange 1“ von A. Lange & Söhne über „Reverso“ von Jaeger-LeCoultre bis hin zur „Nautilus“ von Patek Philippe.

Freilich gibt es auch aktuelle Shootingstars, die, weil entweder streng limitiert oder aber ausgesprochen schwer, will heissen mit langer Wartezeit zu bekommen, eine unverzügliche Vermehrung des eingesetzten Kapitals versprechen. Aber wer trennt sich denn schon von einem derartigen Prachtstück, wenn man es am Ende mit reichlich Fortüne oder guten Beziehungen ergattert hat.
Fünfmal so lange wie üblicherweise dauert allein die Herstellung des Gliederbands der tiefschwarzen Royal Oak von Audemars Piguet. Grund für die zeitaufwändige Produktionsdauer ist leichte, antiallergische Keramik. Der harte Hightech-Werkstoff zeigt allem, was Kratzer machen möchte, die kalte Schulter. Am ausdruckstarken Kunstwerk mit ewigem Kalender, astronomischer Mondphasenindikation und Wochenanzeige können sich vorerst nur 100 Kunden erfreuen. Mehr Gehäuse und Bänder kann die Familienmanufaktur derzeit übers Jahr beim besten Willen nicht produzieren. Auf einen harten Boden sollte das Objekt mit der flachen Manufaktur-Automatik 5134 tunlichst nicht fallen. Der Werkstoff ist spröde und kann deshalb brechen.
Sollten die weltweit nur 50 Eigentümer der „LAB-ID Luminor 1950 Carbotech 3 Days“ während der ersten 50 Jahre nach dem Kauf ein Problem mit ihrer Hightech-Armbanduhr haben, liefert Panerai kostenlos eine neue. Das 49 mm grosse „Carbotech“-Gehäuse aus PEEK-Karbonfaser schützt ein Manufaktur-Handaufzugwerk mit drei Tagen Gangautonomie und rückwärtiger Gangreserveanzeige. Unter anderem dank Karbon kommt das Automatikkaliber ohne die üblichen flüssigen Schmiermittel aus. Silizium ist der Werkstoff für Ankerrad und Anker. Schliesslich findet Kohlenstoff auch beim tiefschwarzen Zifferblatt im Panerai-typischen Sandwich-Aufbau Verwendung.

2016 zelebrierte Patek Philippe den 
40. Geburtstag der sportiven „Nautilus“. Ihr Design stammt von Gérald Genta. Als die stählerne Ikone, Referenz 3700/1A, 1976 zum Preis eines Kleinwagens in den Handel gelangte, war sie alles andere als ein durchschlagender Erfolg. Das lag vielleicht auch an der polarisierend wirkenden Werbung. Einen grossen Schritt in die Zukunft brachte das 30. Jubiläum im Jahr 2006. Durch den Sichtboden des dreiteiligen Stahlgehäuses der 40-Millimeter-Referenz 5711/1A zeigte und zeigt sich das tickende Innenleben in Gestalt des hauseigenen Automatikkalibers 324 SC. Für diese Armbanduhr führen Händler Wartelisten. Am Parallelmarkt wird deutlich mehr bezahlt als der offizielle Preis. Aber Thierry Stern denkt gar nicht daran, die Produktion aufzustocken.
1967 erhielt das Stahlgehäuse der „Submariner“ ein patentiertes Heliumventil. Und damit war die bis 122 bar wasser-
dichte „Sea-Dweller“ geboren. Das Unterwasser-Instrument richtete sich in erster Linie an Profi-Taucher. Zum 50. Geburts-
tag präsentiert Rolex eine neue 43-Millimeter-Version mit kratzfester Cerachrom-Drehlünette. Das Automatikkaliber 3235 mit beidseitig wirkendem Rotoraufzug und 70 Stunden Gangautonomie schützen 14 Patente. Pro Tag weicht die ganze Uhr maximal -2 und +2 Sekunden von der Atomzeit ab. Die weltweite Garantie erstreckt sich über fünf Jahre. Bände spricht die Begehrlichkeit der Referenz 126600. Rolex müsste mehr produzieren, tut es aber ganz bewusst nicht.

Die Uhr-Revolution des 21. Jahrhunderts, vorgestellt am 14. September 2017 von Zenith, besitzt mehrere Gesichter. Und sie macht das obsolet, was Christiaan Huygens 1675 als Gangregler für tragbare Zeitmesser entwickelte: Unruh und metallene Unruhspirale. Die Zukunft gehört dem monolithischen, nur 0,5 mm hohen Sémon Oszillator. Das komplex anmutende, aus monokristallinem, temperaturstabilisiertem Silizium gefertigte Bauteil ersetzt nicht weniger als 31 mechanische Komponenten, oszilliert mit 15 Hertz, widersteht selbst stärksten Magnetfeldern und gewährleistet täglich maximal +/- eine Sekunde Gangabweichung während 48 Stunden. Trotz Hochfrequenz läuft das aus 148 Komponenten assemblierte Automatikwerk nach Vollaufzug 60 Stunden am Stück. Insgesamt werden weltweit nur zehn Uhrenliebhaber die „Unique Pieces“ einer Spezial-Edition der „Défy Lab“ mit nicht minder revolutionärem Gehäuse aus „Aeronith“, dem weltweit leichtesten Aluminium-Komposit-Werkstoff am Handgelenk tragen können. Die Frage nach dem Wertzuwachs stellt sich somit nicht.

 

 

 

 

 

ILLUSTRATION: HILBRAND BOS

Photos Copyrights: Hilbrand Bos, Audemars Piguet

Tic Tac Toe Trend

DRIES VAN NOTEN
Reversible Embroidered Velvet And Printed
Satin Bomber Jacket

FEAR OF GOD
New Era Embroidered Wool Baseball Cap

TOD`S
Cotton-Twill Shirt

CUBITTS
Herbrand Round-Frame Tortoiseshell
Acetate Optical Glasses

BUCHERER x TUDOR = Bucherer Blue Editions
Bronze, 43 mm, manufactured automatic movement, unidirectional rotating bezel, with extra leather strap

VALENTINO
Rockrunner Camouflage-Print Canvas,
Leather And Suede Sneakers

THOM BROWNE
Grey Slim-Fit Embroidered Herringbone
Wool Blazer

GUCCI
Leather-Trimmed Printed Monogrammed
Coated-Canvas Pouch

ALEXANDER MCQUEEN
Skinny-Fit Dégradé Stretch-Denim Jeans

Photos Copyrights: DRIES VAN NOTEN, FEAR OF GOOD, TOD`S , CUBITTS, GUCCI, VALENTINO, THOM BROWNE, BUCHERER x TUDOR, ALEXANDER MCQUEEN

Cocooning

Kuschelfaktor Cashmere

JETZT, WO DIE TAGE KÜRZER UND DIE TEMPERATUREN SCHATTIGER WERDEN, SCHIEBT SICH DIE VORLIEBE FÜR DAS ZUHAUSEBLEIBEN GERNE MAL IN DEN VORDERGRUND. ZEIT FÜR KUSCHELN UND COCOONING AT HOME!

Im Herbst wird Gemütlichkeit ganz grossgeschrieben. Wir versinken in Bergen aus Kissen, decken uns mit Kuscheldecken zu, tragen flauschige Materialien und zünden Duftkerzen an. Endlich ist die Zeit des lustvollen Chillens angebrochen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Cosy Home
Die Trendforscherin Faith Popcorn sagte bereits in den Neunzigerjahren den Trend des „Cocooning“ voraus. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort für „verpuppen“ ab, einen Kokon schaffen. Doch der Hang zu Heimeligkeit hat nichts damit zu tun, allein im Jogginganzug auf der Couch zu sitzen, sondern ist vor allem ein Einrichtungsstil und eine Lebensart, die das Private in den Vordergrund rückt, geradezu von Gastfreundschaft strotzt und der Gemütlichkeit den Vorzug gibt. Der Mensch sucht nach stilvoller Geborgenheit im eigenen Heim und so wird Jahr für Jahr ein gemütliches Nest eingerichtet. Kissen, Plaids, Lüster, hochflorige Teppiche, Felle und Wolldecken sowie Kamine sind dabei wichtige Ausstattungselemente. Doch auch die Fashion Designer sind längst auf diesen Trend aufgesprungen und beglücken uns mit Oversize-Jacken und ganz viel Strick. Leichte, kuschelige Strickteile in grosszügigen Formen bestimmen den Trend. Die Materialien sind leicht und luxuriös. Alpacca, Wolle und Kaschmir wärmen unseren Körper.

Auf die edle Art
Cashmere und Cocooning gehören zusammen wie verregnete Herbsttage und heisse Schokolade. Denn Kaschmirwolle ist mollig warm, superleicht und besonders zart auf der Haut – kein Wunder kuschelt man sich hier besonders gerne ein. Die Kaschmirwolle wird aus der Unterwolle der Kaschmirziege gewonnen. Diese superfeine Wolle wird mit einem Hakenkamm ganz behutsam und sorgfältig ausgekämmt. Pro Ziege werden nur 100-150 g Wolle gewonnen. Für einen Pullover wird die Jahresproduktion von bis zu vier Ziegen benötigt. Dies erklärt auch den hohen Preis von Kaschmirprodukten, aber das Wohlfühlambiente ist es wert!

Chillen in Style lautet also das Motto für den kommenden Herbst und Winter!

„Der Herbst ist immer unsere beste Zeit“
Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 

Photos Copyrights: Loro Piana, Hermès, Zimmerli, Shutterstock

Auf den Spuren von Fornasetti

Eine modische Widmung an den eigenwilligen Mailänder Designer, der die Grenzen zwischen Kunstwerk und Gebrauchsgegenstand zu verwischen mochte.

PHOTOGRAPHER: LAURETTA SUTER I STYLIST: FILIPA FERNANDES I H&M: NIKOLA FISCHER
MODELS: GOLO, JANUSZ @ONETIMEMANAGEMENT, VICTORIA @SCOUTMODEL

Wipfelstürmer BAUMHÄUSER

Die Idee, einen Baum zu erklimmen, um Schutz zu suchen oder die Erde einfach nur aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, ist so alt wie die Menschheit selbst. Und wer schon einmal in einem Baumhaus übernachtet hat, weiss, welchen Zauber dieses Gefühl – leicht schwankend zwischen Himmel und Erde zu ruhen – auslösen kann.

Immer mehr Menschen erfüllen sich einen Kindheitstraum, den wahrscheinlich viele träumten: ein eigenes Baumhaus mit allem Drum und Dran. Egal ob romantisch, modern, rustikal oder stylish, Baumhäuser können so viele Formen annehmen, wie unsere Fantasie es zulässt. Sie sind eine kleine Ode an eine alternative Lebensart.

Wolkenkuckucksheim

Fast jeder mag den Duft von frischem Holz und nicht nur Kinder träumen von einem gemütlichen Nest ganz oben im Baum, inmitten eines Blättermeers. Das eigene Reich in luftiger Höhe, ein Ort fernab nerviger Nachbarn und mit einem anderen Blick auf die Welt. Über dem Boden der Tatsachen und den Alltagssorgen bietet das Baumhaus die Möglichkeit, Körper, Geist und Seele einen kleinen Urlaub zu gönnen. Baumhäuser haben den Geruch von Freiheit und Abenteuer an sich haften. Sie bieten Platz für Träume und Sehnsüchte. Sie sind Häuser ohne Fundament, gleichwohl verwurzelt.

Eine besonders grosse Baumhaustradition hat Nordamerika. Die USA haben diese ihrem Hintergrund als Einwanderland zu verdanken, in dem sich die Menschen oft auf unkonventionelle Art ein Zuhause schaffen mussten. Die Grösse des Landes und die immense offene Landschaftsfläche eröffnen für experimentelles Bauen in der Natur beste Möglichkeiten. Baumhäuser, die hier gebaut werden, unterscheiden sich von ihren europäischen Verwandten meist durch ihre Grösse und Bewohnbarkeit. Viele von ihnen sind mehrstöckig angelegt und lassen sich ganzjährig bewohnen. Längst haben diese Häuser nichts mehr mit Strickleitern und Sperrholz zu tun. Doch der Trend zum eignen Baumkronenhaus schwappt auch nach Europa über.

Traumhäuser in den Wipfeln

Der Preis des Traums im Baum? Ab 25,000 Schweizer Franken aufwärts und einem eigenen «Garten» mit Baumbestand ist man dabei. Ideale Bäume sind ausgewachsene Eichen, Buchen, Linden, Eschen und Kastanien. Nicht jeder Baum eignet sich für ein Baumhaus. Bei kleineren Bäumen sollte man die Last auf mehrere Bäume verteilen. Die Bäume sollten gesund sein und weder in ihrer ersten noch letzten Lebensphase stecken, denn sie müssen das Gewicht des Hauses und seiner Bewohner sicher tragen. Wer es besonders luxuriös mag, kann einen Baumhaus-Spezialisten wie den Amerikaner Pete Nelson engangieren. Er und sein Team konstruieren in luftiger Höhe wahre Paläste – bestens ausgestattete Wohnräume im Wert von mehreren 100,000 Franken. Egal, ob Badelandschaft mit Whirlpool, Kaminecke oder Sonnenterrasse mit Panoramablick: Pete Nelson erfüllt den Menschen ihren ganz privaten Traum vom Baumhaus. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt, wenn es ums Wohnen in den Bäumen geht.

Wer kein eigenes Grundstück zur Verfügung hat, kann auf Baumhaus-Hotels oder Zimmer ausweichen. Mietbare Baumhäuser liegen auf der ganzen Welt im Trend:

Für Verliebte: www.maisonvalvert.com
Für Familien: www.kulturinsel.com
Für Designliebhaber: www.treehotel.se/en
Für Abenteurer: www.freespiritspheres.com

 

 

 

 

Photos Copyrights: Shutterstock, Inredningsgruppen, Alaisdair Jardine, Shutterstock, Tom Chudleigh, Pete Nelson, Andreas Wenning, Åke Elson Lindman

SCHACH MATT!

Schach spielen ist einfach und dennoch kompliziert, denn nicht Glück, sondern Denken führt zur gewonnenen Partie.

Dein Spiel ist nur so gut wie dein schlechtester Zug

(Dan Heisman)

Schach ist relativ einfach zu lernen, da es auf einigen wenigen Regeln beruht. Trotzdem ist es eines der komplexesten Brettspiele der Welt. Bereits nach zwei Zügen können über 70‘000 verschiedene Stellungen entstehen. Die Zahl der möglichen Spielverläufe ist um ein Vielfaches höher. Ein guter Schachspieler muss daher möglichst viele Stellungen kennen, um möglichst viele Züge des Gegners vorauszuahnen. Neben Wissen und Kombinationsfähigkeit braucht man also eine gute Portion Intuition. Aber was macht die Faszination dieses uralten Spiels aus, das mit seinen unzähligen Spielverläufen nur ein Ziel hat, nämlich den gegnerischen König zu besiegen?

MADE IN INDIA

Die Existenz des Schachspiels lässt sich bis ins Jahr 500 nach Christus zurückverfolgen. Wie und wo es genau entstand, ist unklar. Da die Grundstellung der Schachfiguren der Personen-Stellung des damaligen indischen Heeres entspricht, vermutet man, dass es sich von Nordindien aus in alle Himmelsrichtungen verbreitet hat. Seinen Namen verdankt es jedoch den Persern: „Schah“ ist noch heute das persische Wort für „König“; „«matt“ bedeutet im Persischen „hilflos“. Das moderne Schach ist in fünfzehnhundertjähriger Entwicklung um die ganze Erde gewandert. Dabei flossen Regeln, Symboliken und viele nationale und kulturelle Eigenarten östlicher und westlicher Kulturen in das Spiel ein. Am beliebtesten war das Spiel bei Rittern. Bereits im 11. Jh. gehörte es neben Reiten, Schwimmen, Schiessen, Ringen, Vogelfang und Saitenspiel zu den sieben Künsten der Ritter. Im Gegensatz zu den anderen Ritterkünsten war Schach ein Zimmersport für Winterabende und schlechtes Wetter. Spätestens gegen Ende des 13. Jh. hatte sich das Schach vom Hofe bis in die Hinterhöfe durchgesetzt.

DAS SPIEL DER INTELEKTUELLEN

Wer sich bis ins 18. Jahrhundert hinein mit Schach beschäftigte, gehörte jedoch in der Regel zu einer bevorzugten Minderheit, die aufgrund von Vermögen und Bildung aus der breiten Masse herausragte. Schach galt als etwas Besonderes, als luxuriöser Zeitvertreib für Nichtstuer. Und Zeit braucht man für dieses Spiel, bedenkt man, dass die längste Schachpartie mit 269 Zügen mehr als 20 Stunden dauerte. Auch Denker wie Voltaire, Jean-Jacques Rousseau oder Napoleon Bonaparte bemühten sich angestrengt, ihre Spielstärke im Schach zu verbessern. Sie besuchten häufig das Pariser Café de la Régence, wo François André Philidor und andere Meister ihrer Zeit verkehrten. Und auch heute setzen noch viele Menschen auf das „Spiel der Könige“. Denn wie schon Schopenhauer fand: „Das Schachspiel übertrifft alle anderen Spiele so weit wie der Chimborasso einen Misthaufen.“

MANN GEGEN MASCHINE

Schach war sehr lange Zeit der Massstab für die künstliche Intelligenz. Programme wie „Fritz Schach“ können deshalb so gut spielen, weil der Computer in einer Sekunde mehrere Millionen Stellungen analysieren kann. Der Rechner Deep Blue, der 1997 den damaligen Schachweltmeister Gary Kasparow schlug, schaffte sogar 100 Millionen Stellungen pro Sekunde. Trotzdem gab es erst wenige Siege von Computern über Profi-Schachspieler. Menschen denken zwar langsamer als Computer, aber scheinbar nicht weniger effektiver. Niemand wird Schach je komplett beherrschen – mit seinen Eröffnungen, Tricks und Millionen von Spielverläufen. Aber wahrscheinlich macht gerade das seinen ganz besonderen Reiz aus.

SIEG FÜR WEISS

Statistisch gewinnt Weiss häufiger als Schwarz, nämlich circa 54 Prozent der Partien. Dieses wird damit begründet, dass Weiss die Partie eröffnet und somit bei der Entwicklung der Figuren einen Tempovorteil hat.

SCHACHSYMPHONIEN

Eine ganz besondere Art des Schachspiels ist die Kunst des Problemschachs. Im Unterschied zum Partieschach spielen hier nicht zwei Parteien gegeneinander, sondern ein Schachkomponist entwirft und veröffentlicht eine Aufgabe, die zu lösen ist. Sprich: Schach ohne Partner. So geht es bei der Schachkomposition vor allem um ästhetische Kriterien.

Es gibt keine guten oder schlechten Spieler. Es gibt nur gute oder schlechte Züge.

Siegbert Tarrasch

 

 

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